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Einzeltäter-These bricht zusammen: Anis Amri handelte offenbar im Auftrag von Dschihad-Prediger

Einzeltäter-These bricht zusammen: Anis Amri handelte offenbar im Auftrag von Dschihad-Prediger
Abu Walaa Ende September 2017 vor dem Oberlandesgericht Celle. Der 33-jährige muss sich wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der IS-Terrormiliz verantworten.
Der mutmaßliche Weihnachtsmarkt-Attentäter von Berlin, Anis Amri, war wohl kein Einzeltäter. Das Netzwerk des Islamistenpredigers Abu Walaa soll ihn für den Anschlag direkt angeworben haben. Vor der Tat soll Amri sogar persönlichen Kontakt gehabt haben.

Dass der Tunesier Kontakte zu der Abu-Walaa-Zelle hatte, hatten Medien bereits mehrmals berichtet. Nun legen neue Unterlagen der Ermittler aber nahe, dass führende Köpfe Amri nicht nur in seinen radikalen Gedanken bestärkt, sondern ihn möglicherweise zum Anschlag vom Breitscheidplatz inspiriert oder diesen sogar bei ihm in Auftrag gegeben haben.

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Das geht aus Polizeidokumenten hervor, über die der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und die Berliner Morgenpost am Montagabend in einer Fernsehdokumentation in der ARD berichten.

Blumen und Kerzen in Gedenken der Terroropfer vom Weihnachtsmarkt in Berlin.

Den Recherchen zufolge soll Amri vom Netzwerk des Islamisten Abu Walaa für den Anschlag direkt angeworben worden sein. Die Berliner Morgenpostberichtet:

Laut einem Vermerk des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen vom April dieses Jahres hatte Amri bereits über Weihnachten 2015 eine etwa 30-minütige konspirative 'Privataudienz' bei dem als Abu Walaa bekannten Prediger Ahmad Abdullah A.

"Exklusive Beziehung" zum Terrorprediger

Amri habe den Prediger offenbar unbedingt persönlich sprechen wollen und eine "exklusive Beziehung" zu diesem unterhalten, so die Berliner Morgenpost weiter. Das Blatt zitiert aus einem Vermerk:

Aus heutiger Sicht kann es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit nur um die 'religiöse' Legitimierung von Anschlägen gehandelt haben.

Nach ARD-Recherchen soll der gebürtige Tunesier direkt vom mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten autorisiert worden sein. Neben Abu Walaa würden in den Dokumenten auch zwei weitere Mitglieder des Islamisten-Netzwerks erwähnt, die "mit hoher Wahrscheinlichkeit" dazu beigetragen hätten, dass Amris "dschihadistische Überzeugungen" in konkrete Anschlagspläne mündeten.

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Der 33-jährige Abu Walaa und vier weitere mutmaßliche Top-Islamisten müssen sich seit Ende September wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der IS-Terrormiliz vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten. Gemeinsam mit seinen Mitangeklagten soll Abu Walaa junge Menschen radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben. Hauptbelastungszeuge ist ein 23-jähriger Deutschtürke, der als Jugendlicher selbst in islamistische Kreise geriet und nach seiner Schilderung mithilfe des Predigers nach Syrien ausreiste.

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