Studie in Deutschland: Trump gilt als "größte außenpolitische Herausforderung"

Studie in Deutschland: Trump gilt als "größte außenpolitische Herausforderung"
Donald Trump und Angela Merkel beim G20-Gipfel in Hamburg, Deutschland, 8. Juli 2017.
Die Körber-Stiftung befragte Deutsche nach ihren außenpolitischen Sorgen. Nach der Flüchtlingspolitik landete der US-Präsident auf Platz zwei der Liste, gefolgt von der Türkei. Nur wenige sehen Nordkorea als Gefahr an, die Sorge vor Russland ist am geringsten.

Bereits in Wahlkampfzeiten bezeichnete Donald Trump Deutschland als ein "Desaster". Die Hilfe für Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nannte er gar ein Verlustgeschäft. Die Kritik an der Führung in Berlin blieb auch nach seinem Amtsantritt als US-Präsident bestehen. Aber auch Angela Merkel teilte aus. Bezüglich ihrer Münchner Bierzeltrede Ende Mai schrieb die Presse von einer "historischen Kehrtwende in der deutschen und europäischen Politik". Damals sagte die Bundeskanzlerin: 

Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten [gemeint war: auf die USA; RT], die sind ein Stück weit vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt. Und deshalb kann ich nur sagen: Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unserer eigene Hand nehmen. 

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Die Washington Post resümierte anschließend, dass die transatlantischen Beziehungen unter Donald Trump geschwächt würden und dies zu einem Erstarken der Europäischen Union führen werde. Trump hatte im Vorfeld auch den deutschen Handelsüberschuss kritisiert und behauptet, Deutschland zahle einen zu geringen Beitrag an die NATO. Auf Twitter schrieb er im Mai: 

Wir haben ein massives Handelsdefizit mit Deutschland.

Der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg widersprach Trump, Deutschland zahle keineswegs zu wenig an die NATO.

Ingesamt 1.005 Wahlberechtigte nahmen an der Körber-Studie teil. Demnach beurteilten 56 Prozent der Umfrageteilnehmer die Beziehungen zu den USA als schlecht oder sehr schlecht. Rund 52 Prozent sehen den Gedanken an eine deutsche Beteiligung an Konflikten kritisch. Die Hauptsorge der Deutschen gilt der Flüchtlingspolitik mit 26 Prozent. Donald Trump und die USA kommen auf den zweiten Platz im Bereich der Sorgen (19 Prozent), gefolgt von der Türkei (17 Prozent) und Nordkorea (10 Prozent). Sorgen mit Blick auf Russland machten sich nur acht Prozent der Befragten.

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