AfD-Parteitag: Gauland an Parteispitze gewählt, Meuthen im Amt bestätigt

AfD-Parteitag: Gauland an Parteispitze gewählt, Meuthen im Amt bestätigt
Die Gewinner der Wahl um die AfD-Doppelspitze Alexander Gauland (z.v.l) und Jörg Meuthen (z.v.r.)
Während des AfD-Parteitags in Hannover bestätigten die Delegierten Jörg Meuthen als Bundesvorsitzenden für weitere zwei Jahre im Amt. Derweil wurde Alexander Gauland im dritten Wahlgang einer turbulenten Abstimmung zum Co-Vorsitzenden gewählt.

Der Europaabgeordnete Meuthen ist seit 2015 einer der Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD). Er amtierte zusammen mit Frauke Petry, die jedoch die Partei nach der Bundestagswahl verließ. Seitdem leitete Meuthen die Partei alleine. Bei der Wahl in Hannover konnte Meuthen 72 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. 24 Prozent der Delegierten stimmten demnach gegen ihn.

Bei der Auflösung von Blockaden setzte die Polizei auch Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein

Währenddessen schaffte es der als Favorit für das Amt des zweiten Vorsitzenden gehandelte Georg Pazderski nicht, die AfD-Delegierten mehrheitlich hinter sich zu versammeln. Für eine Überraschung sorgte vielmehr die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein. Mit 49 zu 47 Prozent der Stimmen konnte sich Sayn-Wittgenstein im ersten Wahlgang gegen Pazderski durchsetzen. Dieser schlug die Überraschungskandidatin im zweiten Wahlgang wiederum nur sehr knapp mit 49 zu 48 Prozent der Delegierten-Stimmen.

Nach Informationen der FAZ verzichtete AfD-Fraktionschef Alexander Gauland zunächst auf den Parteivorsitz, nachdem er es zuletzt offen gehalten hatte, selbst als zweiter Bundesvorsitzender zu kandidieren. Nach dem Verlauf der ersten beiden Wahlgänge stellte sich Gauland am Samstagabend in einem dritten Wahlgang als einziger Kandidat der Abstimmung für die Position des zweiten Vorsitzenden. Gauland erhielt 68 Prozent der Stimmen.

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Nach Polizeiangaben zogen mehrere tausend Demonstranten am Nachmittag vom Kongresszentrum in Hannover in Richtung Stadtzentrum. Die AfD-Gegner versammelten sich unter dem Motto: „Unser Hannover - bunt und solidarisch! - Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“. Es kam zur Auflösung einer Blockade der Demonstranten durch Polizeikräfte. Dabei griffen die Beamten auf Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray zurück.