Linke-Geschäftsführer Höhn tritt aufgrund von Parteienstreit zurück

Linke-Geschäftsführer Höhn tritt aufgrund von Parteienstreit zurück
Matthias Höhn (Links) heißt den damaligen Kandidaten Thüringens Bodo Ramelow der Linken Willkommen, Berlin, 15. September 2014.
Der Bundesgeschäftsführer der Linken Matthias Höhn tritt von seinem Amt zurück. Zentraler Grund sollen Differenzen mit den Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riesiger sein. Sie sollen seine Fokussierung im Wahlkampf auf die Spitzenkandidaten Sarah Wagenknecht und Bartsch kritisiert haben.

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch am Donnerstag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin": 

Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Matthias Höhn zurücktritt.

Höhn will am Freitag eine Rücktrittserklärung abgeben. Sein Posten soll auf einem Parteitag im kommenden Sommer neu besetzt werden. Er hatte auch die Leitung des Wahlkampfes der Linken übernommen. Schon vor einem Monat wurden Berichte öffentlich, laut derer Höhn bald zurücktreten werde. 

Riexinger und Kipping übten Kritik an Höhns Strategie im Wahlkampf. Sein Fokus auf die Spitzenkandidaten Wagenknecht und Bartsch sagten ihnen nicht zu. Die Mitteldeutsche Zeitung schrieb, dass Höhn nicht zwischen den Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten "zerrieben werden" wolle.  

Sandra Maischberger (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Claus Strunz (ProSieben/Sat.1) vor der TV-Debatte zwischen Angela Merkel und Martin Schulz im September 2017.

Höhn war seit 2012 Geschäftsführer der Linken. Bartsch sagte:

Ich bedauere seinen Rücktritt, und ich wünsche mir, dass er ein sehr aktives Mitglied meiner Fraktion werden wird.

Berichte über die Bedrängung Höhns zum Rücktritt durch Kipping und Riexinger, wiesen die Parteivorsitzenden zurück. Der Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte der "Berliner Zeitung":

Das ist ein herber Verlust an Sinn und Verstand für die Linkspartei.