Springers-Boulevardzeitungen größter Verlierer in deutscher Zeitungsbranche im dritten Quartal

Springers-Boulevardzeitungen größter Verlierer in deutscher Zeitungsbranche im dritten Quartal
Bild-Zeitung Berlin, Deutschland, 25. Juni 2016
Die Bild-Zeitung, Bild am Sonntag und Welt am Sonntag mussten starke Einbußen verzeichnen. Bisher ist die Bild-Zeitung die meistverkaufte Zeitung Deutschlands. Aber auch hier spiegelt sich die Abkehr von der traditionellen Presse wieder.

Radio, Fernsehen, Internet. Die Druckpresse verliert auch in diesem Jahr an Abnehmern. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Bild-Zeitung im dritten Quartal 10,5 Prozent, die Bild am Sonntag elf Prozent. Die Welt musste 2,8 Prozent einbüßen und die Frankfurter Allgemeine Zeitung 4,1 Prozent. 

Deutsche Zeitungsverleger beklagen staatlichen Eingriff in Journalismus

Im Mai wurde im Berliner Ullsteinhaus Peter de Mendelssohns "Zeitungsstadt Berlin" aufgeführt, und neben der Kunst diskutierte man über das Zeitungssterben in Deutschland. Als eine der ersten Zeitungen führte die Berliner Morgenpost kostenpflichtige Zugänge zu Inhalten im Netz ein. Dafür erhielten sie damals Spott und Hohn. Bei einer Podiumsdiskussion nach der Vorführung versuchte Carsten Erdmann von der Berliner Morgenpost, die positive Seite des Internets zu deuten. Es habe dazu geführt, dass man Inhalte eher auf die Bedürfnisse der Leser abstimmt und neue Möglichkeiten für den Journalismus im Netz sieht. Um die Vielfalt der Zeitungen in der deutschen Hauptstadt müsse man sich noch nicht sorgen. 

Vor 20 Jahren besang Reinhard Mey noch die Tageszeitung: 

In jedem Kiosk an der Ecke, auf Straßen durch den Zeitungsmann, am Bahnhof jeder Stadt und Strecke, preist man die neueste Zeitung an. Kommt Leute, kauft, für 20 Pfennig, kommt Leute, kauft für kleines Geld. Kommt Leute, kauft, es kostet wenig, das Neueste aus der ganzen Welt."

Die überregionale Süddeutsche Zeitung kam mit einem Verlust von 1,5 Prozent zum dritten Quartal im Vorjahr noch glimpflich davon. Hier schlugen sich die Gewinne durch zahlungspflichtige Inhalte im Netz wieder.