Wagenknecht droht im Machtkampf der Linken mit Rückzug: Kipping nicht zu fairer Zusammenarbeit fähig

Wagenknecht droht im Machtkampf der Linken mit Rückzug: Kipping nicht zu fairer Zusammenarbeit fähig
Im internen Machtkampf bei den Linken hat Fraktionschefin Sahra Wagenknecht mit Rückzug gedroht. Sie bringe sich gern für eine gute Oppositionspolitik und eine starke Linke ein, schrieb Wagenknecht am Dienstag vor einer Fraktionsklausur in Potsdam in einem Brief an die Abgeordneten.

Allerdings sehe ich keinen Sinn darin, meine Kraft und meine Gesundheit in permanenten internen Grabenkämpfen mit zwei Parteivorsitzenden zu verschleißen, die offenkundig nicht zu einer fairen Zusammenarbeit bereit sind (...), so Wagenknecht in dem Brief weiter.

Den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger warf Wagenknecht permanente Intrigen aus dem Hinterhalt gegen sie und den Co-Vorsitzenden Dietmar Bartsch vor. Kipping und Riexinger hätten nie akzeptiert, dass sie und Bartsch Fraktionschefs und Spitzenkandidaten geworden sind. Nun werde versucht, die Fraktionschefs durch die Besetzung der Vizeposten und mit Anträgen zu Stimm- und Rederecht für die Parteichefs einzumauern. Kämen diese Versuche durch, werde sie "nicht mehr für den Fraktionsvorsitz zur Verfügung stehen", so Wagenknecht abschließend.

Zum Thema - Gemischte Gefühle: Wie Die Linke die Wahlen bilanziert

Im Vorfeld der Fraktionsklausur hatten Tausende Linke-Mitglieder einen Offenen Briefes unterzeichnet, der unter dem Motto - "Schluss mit der Kampagne, zurück zur Politik!"- für ein Festhalten an der bisherigen Fraktionsspitze im Bundestag plädiert.

Der Parteivorstand hatte laut Parteikreisen in einer Telefonkonferenz am Morgen beschlossen, dass die Parteichefs wie vorgesehen Wagenknecht und Bartsch erneut als Fraktionschefs vorschlagen. Durch Wagenknechts Brief sei eine neue Lage entstanden, hieß es dann. 

Am Nachmittag begann die Klausur mit einer Generaldebatte.

(dpa/rt deutsch)