Kurzportäts: Niedersachsens Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 

Kurzportäts: Niedersachsens Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 
Das öffentliche Bild bestimmen vorwiegend Stephan Weil (SPD) und and Bernd Althusmann (CDU), es gibt jedoch noch weitere Spitzenkandidaten zu entdecken.
Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl an diesem Sonntag in Niedersachsen? Einige sind in Hannover schon lange dabei, andere dagegen sind Newcomer.

Hier ein kurzer Überblick:

Stephan Weil

Stephan Weil, SPD.

Als Ministerpräsident führt SPD-Landeschef Stephan Weil seine Partei mit einem Amtsbonus in den Wahlkampf. Der 58-jährige frühere Oberbürgermeister von Hannover steht seit 2013 an der Spitze der rot-grünen Landesregierung. Er wirkt norddeutsch-kühl und gelassen und gilt als Pragmatiker. Kritik lässt der in Hamburg geborene Jurist gerne mit einem Lächeln an sich abperlen. Gefördert wurde sein Aufstieg in der SPD vom früheren Ministerpräsidenten und späteren Kanzler Gerhard Schröder. Unter Druck geriet Weil, als bekannt wurde, dass er eine Regierungserklärung zu VW dem Konzern voher zum Gegenlesen geschickt hatte. Er ist verheiratet, Vater eines erwachsenen Sohnes und Fan des Fußballvereins Hannover 96.

Bernd Althusmann

Bernd Althusmann, CDU.

Der in Oldenburg geborene Pfarrerssohn wohnt in Lüneburg und soll die CDU wieder an die Macht in Niedersachsen bringen. Er gilt als sachlicher Typ, der sowohl Regierungserfahrung wie auch - als mehrjähriger Leiter eines Stiftungsbüros in Afrika - ein Stück internationale Erfahrung vorweisen kann. Der 1990 in die Partei eingetretene Reserve-Offizier hat Pädagogik studiert. Der 50-Jährige ist in zweiter Ehe verheiratet und hat in seiner Patchworkfamilie zwei Kinder aus erster Ehe und eins mit seiner neuen Frau, die selbst zwei Kinder aus erster Ehe hat. Von 1994 bis 2009 gehörte er dem Landtag an, bevor er erst Kultusstaatssekretär, dann Kultusminister wurde.

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Stefan Birkner

Der eher stille, akribische FDP-Landesvorsitzende gilt als umsichtig, sachlich und besonnen. Von Januar 2012 an bis zum Regierungswechsel 2013 war er Niedersachsens Umweltminister. Im Landtag wurde der 44-Jährige als Nachfolger des in den Bundestag wechselnden Christian Dürr gerade zum neuen Fraktionschef gewählt. Auf dem in der Schweiz geborenen Juristen und verheirateten zweifachen Vater lastet hoher Druck: 2013 hatte er mit 9,9 Prozent der Stimmen ein unerwartet hohes FDP-Ergebnis eingefahren, das er halten und ausbauen will.

Anja Piel

Anja Piehl, Bündnis 90/Die Grünen

Die aus Lübeck stammende Industriekauffrau steht seit 2013 an der Spitze der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag und lebt im Kreis Hameln. Zu den Grünen fand sie Ende der 1990er Jahre über den Atomprotest, einem bestimmten Flügel will sich nicht zurechnen lassen. Die 51-Jährige war von 2010 bis 2013 Landeschefin der Grünen und kandidierte erstmals für den Landtag 2013 - die Grünen erzielten damals mit 13,7 Prozent ihr bestes Niedersachsen-Ergebnis. Zuvor war die verheiratete Mutter zweier Kinder Fraktions-Geschäftsführerin der grünen Ratsfraktion in Hameln.

Anja Stoeck

Anja Stoeck, Die Linke

Niedersachsens Linke wird von der Physiotherapeutin Anja Stoeck in den Wahlkampf geführt. Die in Winsen/Luhe wohnende Mutter von sieben Kindern hat sich nach eigenen Angaben bereits früh politisch engagiert. Sie war früher SPD-Mitglied, bevor die 51-Jährige dann 2005 - "hochschwanger mit dem vorletzten Kind" - zum Linke-Vorläufer WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative/WASG) wechselte. Die in Hamburg geborene Stoeck bildet auf Landesebene mit der Bundestagsabgeordneten Pia Zimmermann die erste weibliche Doppelspitze der Linkspartei. Sie fordert zur Finanzierung ihrer Wahlkampfversprechen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer.

Dana Guth

Dana Guth, AfD.

Die AfD versucht mit der 47-jährigen Immobilien- und Versicherungsmaklerin als Spitzenkandidatin, erstmals in den Landtag einzuziehen. Die verheiratete zweifache Mutter wurde in der Nähe von Berlin geboren und wohnt in Herzberg am Harz. In die AfD eingetreten ist sie 2016, nach eigenen Angaben wegen des massiven Flüchtlingszuzugs in Deutschland. Sie wurde schon kurz danach AfD-Kreisvorsitzende in Göttingen. Guth stieß früh zur parteiinternen Opposition gegen den AfD-Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel. Zur Spitzenkandidatin wurde sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gekürt. Spekuliert wird, ob sie nach dem wahrscheinlichen Einzug in den Landtag sich von der AfD-Fraktion separieren könnte - wie im Bund Frauke Petry.

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(rt deutsch/dpa)