Schulz an der SPD-Gedenkfeier zum 25. Todestag Willy Brandts: keine Brandt-Nachfolger in Sicht

Schulz an der SPD-Gedenkfeier zum 25. Todestag Willy Brandts: keine Brandt-Nachfolger in Sicht
Bronzestatue vom 1992 verstorbenen Bundeskanzler Willy Brandt (Foto: Alexander Pałucki)
Am Sonntag den 8. Oktober 2017 fanden die Feierlichkeiten zum Gedenken an Willy Brandt statt. Es handelte sich um seinen 25. Todestag, an dem auch der ehemalige spanische Ministerpräsident, Felipe González und der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz teilnahmen.

Am 8. Oktober vor 25 Jahren ist der bekannte und einflussreiche deutsche Bundeskanzler Willy Brandt verstorben. Er war 79 Jahre alt. Das bewegte Leben des SPD-Politikers wurde im Jahr 1971 mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Ein Vierteljahrhundert nach Brandts Tod versammelten sich Verwandte, Freunde und Gäste in der nach ihm benannten Parteizentrale in Berlin Kreuzberg.

Zu den Rednern gehörten der ehemalige Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Thierse, der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe González und der erst kürzlich gegen Bundeskanzerin Angela Merkel gescheiterte Spitzenkandidat und Parteivorsitzende Martin Schulz.

In seiner Gedenkrede über seinen -nach eigener Behauptung- politischen Mentor, sprach Schulz abwechselnd über das Vergangene und Gegenwärtige: er appellierte daran, den Mut und den Willen, den einst Willy Brandt so unermüdlich in seinem politischen Schaffen verfolgte, heute in der SPD wiederzubeleben. Auch knüpfte Schulz zur jetztigen politischen Lage in Deutschland an und stellte die Fähigkeit Angela Merkels, eine effektive Europapolitik zu führen, allgemein in Frage:

Ich bin skeptisch, ob die neue deutsche Regierung den Europa-politischen Kurs von Angela Merkel, den sie in den letzten 12 Jahren gefahren hat; ob eine neue Regierung diesen Kurs umkehren können wird. Ob wir aus diesem Krisenmodus (...) herauskommen.

Zu Brandt fasste Schulz zusammen:

Europa war für Willy Brandt eine logische Konsequenz aus der deutschen Geschichte. Ein bindender Auftrag für alle Zeit und eine Frage der Vernunft, zugleich.

Als eine der enigmatischsten und bedeutendsten Gesten, die Willy Brandt attestiert werden, ist der Kniefall von Warschau im Jahr 1970, wonach sich Brandt daraufhin mit starker Kritik in der deutschen Heimat konfrontieren musste. Dies war eines der Symbole seiner entspannenden Ostpolitik als deutscher Bundeskanzler, die er mitten im Kalten Krieg begonnen hatte.

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