AfD: Pretzell schließt nach Austritt Parteineugründung nicht aus

AfD: Pretzell schließt nach Austritt Parteineugründung nicht aus
Marcus Pretzell hat der AfD den Rücken gekehrt. Gründen er und Frauke Petry eine neue Parte?
Am Dienstag hatte AfD-Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, die Niederlegung seiner Ämter und den Austritt verkündet. Er folgte damit seiner Ehefrau Frauke Petry, die Noch-Vorsitzende der AfD. Pretzell deutete nun die Gründung einer neuen Partei an.

Der AfD-Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, hat nach seinem angekündigten Austritt die Gründung einer neuen Partei angedeutet, ohne sich eindeutig darauf festzulegen. „Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man ... ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben", sagte er am Mittwoch im ZDF auf die Frage, ob eine Neugründung geplant sei. "Wir sind dabei, wir führen eine ganze Menge Gespräche in diesen Tagen.“

AfD-Politiker Joerg Meuthen (l.), Alexander Gauland und Alice Weidel reagieren auf Frauke Petrys Entschluss der AfD-Bundestagsfraktion fernzubleiben, Berlin, Deutschland, 25. September 2017.

Pretzell und seine Ehefrau, die Noch-Parteivorsitzende Frauke Petry, hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Auf die Frage nach einer Neugründung sagte Pretzell weiter:

Wir werden von vielen Leuten von außerhalb und auch innerhalb der AfD angesprochen. Wir werden uns jetzt erstmal bisschen Zeit nehmen, viele, viele Gespräche führen, und dann werden wir das machen, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben.

Petry hatte ihren Schritt mit der „Radikalisierung“ innerhalb der Partei begründet. „Daher habe ich für mich nach dem Wahltag die Konsequenzen gezogen“, sagte sie am Dienstag in der Online-Ausgabe der Jungen Freiheit. Weiter erklärte sie:

Ich habe nach wie vor einen politischen Gestaltungsanspruch, den ich auch weiterhin ausüben will. Ich habe nicht mit der AfD eine neue Partei gegründet, um hinterher bei der CDU oder der FDP zu landen. Ich bin schon so oft politisch totgesagt worden – es hat sich stets nicht bewahrheitet. Und ich gehe fest davon aus, dass dies auch diesmal nicht passieren wird.

Zu ihren konkreten Zukunftsplänen hielt sie sich aber bedeckt. Alexander Gauland, der am Dienstag zusammen mit Alice Weidel zum Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde, begrüße die Ankündigung Petrys, die Partei zu verlassen. Gauland sagte, er sei "dankbar" für diesen Schritt. Auf die Frage, ob er mit weiteren „Abtrünnigen“ rechne, sagte er: „Ich hoffe nicht.“ Weidel sagte, bislang seien keine entsprechenden Tendenzen erkennbar. (rt deutsch/dpa)

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