20 Prozent der Air Berlin-Mitarbeiter werden nach Übernahme ihren Job verlieren

20 Prozent der Air Berlin-Mitarbeiter werden nach Übernahme ihren Job verlieren
Schokoherzen von Air Berlin, 25. September 2017
Die Gläubiger blicken positiv auf die Verhandlungen zur Rettung der Fluggesellschaft, aber für 1.600 Mitarbeiter haben die neuen Investoren keinen Platz. Zur Stützung der Verhandlungen werden die Flugrouten weiter eingeschränkt. Gerüchte über Vorteile für die Lufthansa werden verneint.

Die insolvente Air Berlin beschäftigte bis dato 8.000 Mitarbeiter. Bis zum 12. Oktober finden Gespräche mit Lufthansa und EasyJet über die Zukunft der Fluggesellschaft statt. Die Gläubiger bewerteten einen möglichen Ausgang der Verhandlungen als positiv, aber das Ziel sei noch nicht erreicht. Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter des Unternehmens: 

Wir sind noch nicht am Ziel der Verhandlungen. (Ein stabiler Flugbetrieb) in den kommenden Tagen und Wochen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Alles andere gefährdet die Verhandlungen.

Die deutsche Lufthansa gab für die Luftfahrtgesellschaft Walter und den österreichischen Ableger Niki ein Angebot ab. Gerüchte der Bevorteilung der Lufthansa in den Verhandlungen verneinte der Sachverwalter Lucas Flöther:

Gerüchte, die Politik habe auf die Auswahl der Investoren Einfluss genommen, sind völlig abwegig. Tatsächlich wären solche Versuche sinn- und folgenlos. So etwas würde es mit mir einfach nicht geben.

Air Berlin streicht mehrere Flüge aus

EasyJet will die Air Berlin Flotte in Teilen übernehmen. Die Rede ist von 27 bis 30 Maschinen. Dabei liebäugelt sie mit dem Standort Düsseldorf, Schönefeld und Tegel. Hierfür bedarf es einer Ausweitung der Start- und Landelizenzen für den Billiganbieter. Mindestens 30 Flugzeuge Air Berlins sollen am Standort der deutschen Hauptstadt bleiben. Die Aufteilung der Start- und Landezeiten sind ein Hauptstreitpunkt zwischen den Bietern.   

Um Verhandlungssicherheit zu schaffen wird der Flugplan von Air Berlin derweil zusammengestrichen. Am 29. September werden die Verbindungen München - Köln/Bonn und nach Hamburg aufgegeben. Langstrecken werden ab Mitte Oktober nicht mehr geflogen.