Spaltungsgerüchte in der AfD: Gründet Petry ihre eigene Partei?

Spaltungsgerüchte in der AfD: Gründet Petry ihre eigene Partei?
Der eigentliche Gewinner der Bundestagswahl ist die AfD. Doch die Partei kann möglicherweise ihren Erfolg nicht lange genießen. Es mehren sich die Gerüchte, dass die derzeitige AfD-Frontfrau Frauke Petry eine neue Partei gründen möchte.

Wie eine Bombe platzte die Meldung, dass Frauke Petry, immerhin Chefin der Alternative für Deutschland, sich nicht der AfD-Fraktion im Bundestag anschließen wird. Sie begründete diesen Schritt mit dem derzeitigen Zustand ihrer Partei. Petry wolle eine regierungsfähige Alternative aufbauen und nicht Fundamentalopposition spielen.

Doch was steckt hinter diesem theatralischen Auftritt? Parteiinterne Chatnachrichten legen laut WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung nahe, dass politische Kräfte um Petry vorhaben, die AfD zu spalten und eine Alternative zur Alternative für Deutschland aufzubauen. 

Das Spaltungsvorhaben befindet sich offenbar schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Es habe bereits Gespräche mit einigen neuen Bundestagsabgeordneten gegeben. In Sachsen seien auf einigen AfD-Parteiveranstaltungen auch Probeabstimmungen abgehalten worden. Demnach habe sich bis zu einem Viertel der Teilnehmer bereit erklärt, eine neue Partei mit Petry an der Spitze beizutreten.

In einer E-Mail, die dem WDR, dem NDR und der Süddeutschen Zeitung vorliegt, erklärt Michael Schwarzer, AfD-Fraktionssprecher in Nordrhein-Westfalen, dass die ursprüngliche AfD "verstorben" sei. Die Bundestagsfraktionen werde sich in drei Monaten spalten. Die Partei sei "Geschichte". Jörg Meuthen, Co-Vorsitzender der AfD, habe sie "an die Wand gefahren." 

Grund für die Selbstzerstörung der AfD seien die nationalistischen Kräfte in der Partei. Der entscheidende Schlag sei auf dem Bundesparteitag der Rechtskonservativen in Köln gefallen.

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