Kehrtwende: Seehofer will doch an gemeinsamer Fraktion mit CDU festhalten

Kehrtwende: Seehofer will doch an gemeinsamer Fraktion mit CDU festhalten
Seit Jahrzehnten bilden die Schwesterparteien CDU und CSU eine gemeinsame Fraktion im Bundestag. CSU-Chef Seehofer möchte den CSU-Vorstand zur Frage abstimmen lassen, ob sie fortgeführt werden sollte. Zuvor berichteten Medien, dass Seehofer die gemeinsame Fraktion in Frage gestellt hatte.

CSU-Chef Horst Seehofer will an der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU im Bundestag festhalten. Er halte es nicht für den richtigen Weg, diese aufzukündigen, sagte Seehofer nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag in einer CSU-Vorstandssitzung in München. Man müsse aber darüber im Vorstand entscheiden.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass er die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU in Frage gestellt hatte. Dies Berichtete unter anderem die ARD unter Berufung auf Teilnehmer des Parteivorstandes.

Der CSU-Vorstand soll darüber entscheiden, ob diese Gepflogenheit fortgeführt werden soll oder nicht.

Ähnliche Schritte hatten die bayerischen Konservativen schon zuvor bei politischen Auseinandersetzungen mit der größeren Schwesterpartei gedroht. Bisher jedoch wagte kein bayerischer Landesfürst, den Schritt auch wirklich durchzuzieren. Sollte sich die CSU jedoch tatsächlich von der CDU lossagen, wäre dies ein politisches Erdbeben.

Eigentlich sollten sich die gewählten Parlamentarier der CDU und CSU am Dienstagnachmittag treffen, um unter anderem über die Weiterführung der Fraktionsgemeinschaft der Unionsparteien zu beraten.

Bei der Bundestagswahl hatte die CSU ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis eingefahren. Seehofer übernahm auf der Sitzung des CSU-Parteivorstandes die Verantwortung für die Wahlniederlage. Dennoch sei es nicht möglich, eine Regierung ohne die CSU zu bilden. (rt deutsch/dpa)