Reaktionen nach dem Wahlerfolg für die AfD

Reaktionen nach dem Wahlerfolg für die AfD
Proteste gegen das Wahlergebnis der AfD, Berlin, 24. September 2017.
Deutschland steht mit dem Einzug der AfD in den Bundestag vor einer neuen Herausforderung, so der Zentralrat der Juden. Martin Schulz sprach von einer neuen rechten "Fratze" im Bundestag. In Berlin demonstrierte die Antifa gegen die AfD. Merkel will die AfD-Wähler zurückgewinnen.

Im Vorfeld der Wahlen warnte der Zentralrat der Juden vor dem Stimmenfang der AfD in den jüdischen Gemeinden. Der Spitzenkandidat der AfD, Alexander Gauland, ermahnte nach dem Wahlerfolg seine Anhänger, Kritikern keine Basis zu liefern und der Freude in vernünftigem Maße Ausdruck zu verleihen.

Wir werden Frau Merkel jagen",

kündigte Alexander Gauland am Sonntagabend an. Mit der deutschen Nationalhymne besang die AfD das erste Ergebnis der Bundestagswahl. Parteisprecherin Frauke Petry hatte eine Radikalisierung der AfD im Wahlkampf angeprangert. 

Wahlkabine in München, 24. September 2017

Nach den ersten Wahlergebnissen sagte Präsident Josef Schuster namens des Zentralrats der Juden: 

Erstmals ist eine rechtspopulistische Partei, mit starken Überschneidungen zur rechtsextremen Szene, in dieser Größenordnung in den Bundestag gewählt worden.

Der Zentralratspräsident erwartet von den anderen Parteien Haltung gegen die AfD: 

Ich erwarte von unseren demokratischen Kräften, dass sie das wahre Gesicht der AfD enthüllen und die leeren, populistischen Versprechen der Partei entlarven.

Martin Schulz gab in seiner Rede nach dem herben Wahlverlust der Sozialdemokraten bekannt, dass die SPD das "Bollwerk der Demokratie" sei, welche die Werte von Toleranz und Freiheit gegen die "rechte Fratze" (hiermit bezog er sich auf die AfD) verteidigen wird.  

Angela Merkel sagte, dass sie die "Wähler der AfD durch Lösung von Problemen, durch Aufnehmen ihrer Sorgen auch ihrer Ängste zum Teil" zurückgewinnen will. 

Die Liberalen im Europaparlament begrüßten den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag. Deren Fraktionsvorsitzender Guy Verhofstadt: 

Die deutschen Liberalen feiern heute Abend ein großartiges Comeback. Nach Jahren in der Wildnis ist die FDP nun zurück. 

FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff:

Die letzten vier Jahre waren wie ein langer Gang durch die Wüste.

Als erste Amtshandlung ist zu erwarten, dass die AfD einen Untersuchungsausschuss beantragen wird, der die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung beleuchten soll. In Berlin versammelte sich Demonstranten aus dem linken Spektrum, um gegen die AfD zu protestieren. 

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(rt deutsch/dpa)