Martin Schulz nach Wahldebakel: SPD ist das "Bollwerk der Demokratie" gegen die rechte "Fratze"

Martin Schulz nach Wahldebakel: SPD ist das "Bollwerk der Demokratie" gegen die rechte "Fratze"
Martin Schulz in der Parteizentrale in Berlin, 24. September 2017.
Martin Schulz musste dreimal ausholen, um seine Rede nach den Verlusten bei der SPD in der Bundestagswahl zu beginnen. Die SPD versteht er als Bollwerk der Demokratie, die große Koalition ist für ihn beendet. Seine Partei geht in Opposition.

Martin Schulz, sichtlich erschüttert von den ersten Hochrechnungen um 18 Uhr am 24. September 2017:

Liebe Genossinnen und Genossen, vielen Dank für den Mut. Heute ist ein schwerer und ein bitterer Tag. 

Nach den zweiten Hochrechnungen erzielte die SPD 20,2 Prozent, die Union 32,9 Prozent. Die AfD wurde drittstärkste Kraft mit 13,3 Prozent und die FDP 10,5 Prozent. Die Linke erreichte 9 Prozent, die Grünen knapp über 9 Prozent. Schulz wies auf die NRW-Wahl hin, auch hier musste die SPD Verluste einfahren. Das Wahlziel, so musste der SPD-Kanzlerkandidat einräumen, wurde verfehlt. Die Stimmen für seine Partei bezeichnete er als Stimmen für "Toleranz und Respekt". Besonders betonte er seine Sorge auf Grund der Stimmen für die AfD: 

Besonders bedrückend ist die Stärke der AfD, [...] das ist eine Zäsur und kein Demokrat kann darüber hinwegsehen. Ein großer Akt der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe klingt für andere bedrohlich.

Die SPD bezeichnete er als "Bollwerk der Demokratie", denn dies sei ein zentraler Bestandteil der Sozialdemokraten. Die SPD will er neu aufstellen, mit ihm als Vorsitzendem. Der großen Koalition erteilte er eine Absage: 

Mit dem heutigen Abend endet unsere Zusammenarbeit mit der CSU und CDU. Die bisherige große Koalition hat ausgedient... Die SPD wird zur Opposition.

Schulz beendete seine Rede mit einer grundsätzlichen Bemerkung:

Noch immer hat die deutsche Sozialdemokratie, insbesondere an Tagen, wenn die extreme Rechte ihre Fratze zeigt, die Aufgabe, die Demokratie zu schützen und sie weiter auszubauen.

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