Drohbriefe an deutsche Spitzenpolitiker - Rasierklingen, weißes Pulver und arabische Nachrichten

Drohbriefe an deutsche Spitzenpolitiker - Rasierklingen, weißes Pulver und arabische Nachrichten
Verschieden prominente Politiker der großen Parteien waren betroffen von den Drohbriefen kurz vor der Bundestagswahl, darunter Horst Seehofer (CSU)
Kurz vor der Bundestagswahl haben Unbekannte Drohbriefe an mehrere Politiker aller großen Parteien von CSU bis Linke geschickt. Das in einigen Briefen enthaltene Pulver war ungefährlich. Ermittler verfolgen die Hintergründe als Straftat.

Betroffen sind nach den Berichten Horst Seehofer (CSU), Katrin Göring-Eckardt und Hans-Christian Ströbele (Bündnis 90/die Grünen), Aydan Özoguz (SPD) sowie Gregor Gysi und Gesine Lötzsch (Die Linke) und der Ehemann der Bundeskanzlerin, Joachim Sauer. 

Rechtsradikale Demonstranten in Plauen, Deutschland, 1. Mai 2016.

Nach Angaben der Berliner Polizei stellten Kriminaltechniker fest, dass das Pulver ungefährlich ist. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte, die Substanzen würden noch im Detail untersucht.

Nach bisherigen Erkenntnissen bestand aber keine Gefahr für die Empfänger.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte zu den Vorfällen:

Ich kann das bestätigen.

Der Brief sei am Mittwoch bei ihm zu Hause angekommen.

Ich möchte nicht mehr dazu sagen.

Ströbele veröffentlichte auf Twitter ein Foto des Briefes, in dem sich auch eine Rasierklinge befand. Er enthielt zudem ein Blatt Papier mit einigen arabischen Worten, darunter

tödlich, nicht berühren, Milzbrand und Gott ist groß.

Ströbele erwähnte, er erhalte des Öfteren Drohbriefe.

Aufgrund von Schreibfehlern in den arabischen Formulierungen brachten Medien und Politiker die Drohbriefe aber nicht mit arabischen Muttersprachlern, sondern direkt mit  "Rechten" in Verbindung, obwohl auch Horst Seehofer betroffen war, der sich wiederholt für Änderungen in der Flüchtlingspolitik ausgesprochen hat.

Gregor Gysi äußerte sich besorgt über die privaten Daten, welche den Absendern somit bekannt sind:

Wenn es sich um eine Drohung handelt, wie es nach dem derzeitigen Erkenntnisstand aussieht, besorgt mich, woher die Absender die privaten Adressen der betroffenen Politikerinnen und Politiker, meine eigene eingeschlossen, haben.

In Berlin übernahm der für Straftaten mit politischem Hintergrund zuständige Staatsschutz die Untersuchungen. Ermittelt werde wegen Störung des öffentlichen Friedens nach Androhung einer Straftat. (rt deutsch/dpa)