Bundestagswahl 2017: Merkel schätzt zu Guttenberg als politischen Gesprächspartner

Bundestagswahl 2017: Merkel schätzt zu Guttenberg als politischen Gesprächspartner
Demonstranten mit Bannern "Gutti ist der Beste" in Referenz zu Karl-Theodor zu Guttenberg, Berlin, Deutschland, 5. März 2011.
Angela Merkel gab an, dass sie den Austausch mit ihrem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg noch immer schätzt. Nach einer Plagiatsaffäre war zu Guttenberg gezwungen seine politischen Ämter niederzulegen. Der Wirtschaftsrat der Union hofft auf die schwarz-gelbe Mehrheit.

Karl Theodor zu Guttenberg ist zurück aus dem amerikanischen Exil und bereit für seine neue politische Zukunft. Sechs Jahre liegt die Plagiatsaffäre nun zurück. Unterstützung erhält er von der Bundeskanzlerin und Horst Seehofer. Die Kurztournee in Bayern, die er Anfang September absolvierte, schien wie ein Probelauf für die Zukunft. 

Angela Merkel gegenüber der Funke Mediengruppe: 

Ich treffe mich mit ihm auch von Zeit zu Zeit, und wir haben immer gute Gespräche.

Guttenberg war 2011 wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit von allen
politischen Ämtern zurückgetreten, macht jetzt aber Wahlkampf für die CSU und die Medien spekulieren über seine künftige Rolle auf dem politischen Parkett. Der Vorsitzende Horst Seehofer unterstützt die Rückkehr von zu Guttenbergs, macht aber keine genauen Angaben, wie er sich die Zukunft seines Schützlings vorstellt. Zu seinem Wahlkampf für die CSU sagte Angela Merkel: 

Ich schätze Karl-Theodor zu Guttenberg und finde es gut, dass
er im Wahlkampf auftritt.

Karl-Theodor zu Guttenberg auf einer Wahlkampveranstaltung im fränkischen Kulmbach

Bei einem Wahlsieg der Union am 24. September wünscht sich der Wirtschaftsrat der Union keine große Koalition, sondern ein schwarz-gelbes Bündnis. Der Generalsekretär des Bündnis Wolfgang Steiger: 

Wenn rechnerisch möglich - auch nur knapp - sollte eine schwarz-gelbe Koalition Deutschland am besten für die Zukunft aufstellen können.

Umfragen zufolge wird die FDP zwischen 8 bis 10 Prozent der Stimmen gewinnen. Wenn schwarz-gelb keine absolute Mehrheit erreichen können, dann ziehe er eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen vor. Die Wahlversprechen der SPD bezeichnete er als "veraltet" und "teuer". Aber der Erfolg mit den Grünen zu koalieren hängt von ihrem wirtschaftlichen Denken ab. Sie müssten «endlich ihren Frieden mit dem Industriestandort Deutschland machen». Hierzu gehört auch eine Abkehr von der Forderung, dass Deutschland sich vom Verbrennungsmotor bis 2030 verabschiedet. Die konventionellen Antriebe seien weiterhin notwendig.

Welche Rolle wird Karl-Theodor zu Guttenberg, auch "KT" genannt, in Zukunft spielen? Die Rolle als CSU Parteichefs ist unwahrscheinlich, aber ein Einsatz im Berliner Kabinett wäre denkbar. Der Spitzenkandidat der CSU Joachim Herrmann sieht in KT keine Gefahr für seine politische Karriere. Die Auftritte zu Guttenbergs seien keine Showeinlage gewesen, sondern mit der CSU abgesprochen. 

(rt deutsch/dpa)