Nicht zum Lachen: Böhmermann will Bundeskanzlerin Angela Merkel verklagen

Nicht zum Lachen: Böhmermann will Bundeskanzlerin Angela Merkel verklagen
Ein Bild Angela Merkels neben dem von Jan Böhmermann
TV-Komiker Jan Böhmermann fand die Aussage der Bundeskanzlerin, in welcher diese dessen "Schmähgedicht"-Satire gegen Präsident Erdogan als "bewusst verletzend" bezeichnete, nicht lustig. Nun will er klagen, weil Merkel damit die Gewaltenteilung verletzt habe.

Im März 2016 verbreitete Jan Böhmermann ein Gedicht über Erdogan, welches zu einem Streit zwischen ihm und dem türkischen Präsidenten führte. Dieses wurde auch als "Schmähgedicht" bekannt. Hierin ging es um sexuelle Handlungen Erdogans, die dieser vermeintlich durchgeführt haben soll. Das Hamburger Landgericht entschied, dass das Gedicht in Teilen nicht mehr verbreitet werden darf. Es blieben nur sechs Zeilen des insgesamt 24 Zeilen langen Gedichts übrig, auf diese sich das Verbreitungsverbot nicht erstreckte. 

Erdogan wollte ein komplettes Verbot des Gedichts erreichen, Böhmermann seinerseits eine Erlaubnis aller 24 Zeilen. 

Der Nächste, bitte: Bei Jan Böhmermann ist jetzt Xavier Naidoo an der Reihe.

Mit einer Frist von einer Woche soll sich Bundeskanzlerin Merkel nun zu ihrer Aussage erklären, wonach dieses "bewusst verletzend" gewesen sei, ansonsten will Böhmermann Klage einreichen. Der Anwalt Böhmermanns, Christian Schertz, erklärte zu der Kritik seines Mandanten am Verhalten der Bundeskanzlerin: 

[Mit der Kritik an Böhmermann hat Merkel eine] juristische Bewertung des Werkes meines Mandanten vorgenommen, die einer Vorverurteilung gleichkommt.

Auch der deutsche Popsänger Xavier Naidoo bekam vonseiten Böhmermanns sein Fett weg. In seiner ZDFneo-Sendung Neo Magazin Royal präsentierte Böhmermann ein neues, natürlich rein fiktives, "nicht-antisemitisches Hit-Album" der "Hurensöhne Mannheims" mit dem Titel "Death to Israel". Natürlich mit "gefühlvollen Polit-Balladen", die den Zuhörern "die Herzen und die Augen öffnen". Böhmermann bediente sich Xavier Naidoos gängiger Lieder und passte die Texte an. 

In eigener Sache zeigt sich der wortgewaltig austeilende Fernsehstar jedoch vergleichsweise dünnhäutiger. Merkels distanzierende Aussage folgte uninformiert und ohne Kenntnis des genauen Sachverhalts, so die Anschuldigung Böhmermanns. Informiert habe sie sich durch die "Bild"-Webseite. Falls Merkel sich nicht hinreichend äußert, will Böhmermann Klage beim Verwaltungsgericht einreichen.