Bundestagswahl 2017: Gute Aussichten für SPD-Kandidat Schulz im TV-Duell am Sonntag

Bundestagswahl 2017: Gute Aussichten für SPD-Kandidat Schulz im TV-Duell am Sonntag
Wahlplakate von Merkel und Schulz, Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, 29, August 2017
Am Sonntag steigen die beiden Kanzlerkandidaten in den TV-Ring. Kanzlerkandidat Martin Schulz könnte aus dem wichtigen Einzelereignis als Sieger unter den unentschlossenen Wähler hervorgehen. Es wird erwartet, dass 15 Millionen Zuschauer dem Spektakel zusehen.

Experten sehen in dem TV-Duell die Möglichkeit eines Meinungsumschwungs zu Gunsten des in Umfragen derzeit weit abgeschlagenen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz: 

Aus früheren Studien wissen wir, dass diese Duelle Effekte haben, gerade für Herausforderer. Für Martin Schulz ist das nochmal eine große Chance, sich zu präsentieren.

Der Zweikampf wird von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gleichzeitig übertragen. Die Moderation übernehmen: Maybrit Illner, Peter Kloeppel, Sandra Maischberger und Claus Strunz. 

Sigmar Gabriel und Martin Schulz beim SPD-Parteitag in München, Deutschland, 19. März 2017.

Rund 21 Prozent der Befragten im Rahmen einer jüngst veröffentlichten Umfrage gaben an, dass sie ihre Wahlstimme teilweise anhand des TV-Duells abgeben werden, bei unentschlossenen Wählern sind es sogar 28 Prozent. Der Politologe Thorsten Faas wertet den Schlagabtausch im Fernsehen als wichtigstes Einzelereignis im Wahlkampf: 

Vor allem läutet es den Endspurt zur Wahl ein, gerade auch für alle jene Menschen, die sich vorher noch nicht so intensiv mit der Wahl auseinandergesetzt haben.

Wieviele unentschlossene Wähler es gibt, darauf lässt eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schließen, wonach die Hälfte der Wähler sich noch nicht entschieden hat. 90 Minuten haben Merkel und Schulz Zeit, um die Gunst ihrer Wähler zu gewinnen. In der Sonntagsfrage der ARD legte die SPD um einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche zu und liegt nun bei 23 Prozent, die CDU erreicht 37 Prozent. Auch die AfD verbesserte sich auf elf Prozent. Die Linke stagniert bei neun Prozent. Grüne und FDP erreichen jeweils acht Prozent. Würden sich die Wähler direkt für den Bundeskanzler entscheiden können, dann würden drei Prozent weniger (insgesamt 49 Prozent) für Merkel stimmen als zu Beginn des Monats August. 

In der so genannten Elefantenrunde werden die Vorsitzenden der Bundestagsparteien am Wahlabend des 24. Septembers wieder die Ergebnisse diskutieren. Die berühmteste Elefantenrunde war die "Berliner Runde" 2005. Hier wollte Kanzler Gerhard Schröder seine Niederlage nicht akzeptieren. Der Wunsch nach einer Weiterführung der Großen Koalition ist im Sinken begriffen. Rund 44 Prozent bevorzugen die Fortführung einer Koalition aus CDU/CSU und SPD. Im April stimmten sieben Prozent mehr für diese Option. 

(rt deutsch/dpa)