Tod von vermeintlichem Islamisten durch Erhängen in Hamburger Gefängnis

Tod von vermeintlichem Islamisten durch Erhängen in Hamburger Gefängnis
Polizisten bei der Durchsuchung einer Moschee in Berlin, Deutschland, 22. September 2015.
Abdullah K. stammte aus Syrien und ist gemeinsam mit vier anderen Syrern im Mai in Haft genommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, der Terrororganisation Dschabhat al-Nusra angehörig zu sein. Abdullah soll auch gegen die kurdische Gruppe YPG gekämpft haben.

Der Spiegel berichtet, dass der 40-jährige Abdullah K. heute am frühen Morgen durch Wachmänner tot in seiner Zelle aufgefunden wurde. Er soll sich selbst das Leben genommen haben. Der Bundesgerichtshof hatte seine und die Festnahme von vier weiteren Männern angeordnet. Er soll Mitglied der Terrorgruppe "al-Nusra-Front", jetzt in jetzt Dschabhat Fatah asch-Scham umbenannt, gewesen sein, eine salafistisch-islamistische Organisation, die bis Juli 2016 Teil von Al-Kaida war. Im Jahr 2013 entschied der UN-Sicherheitsrat, sie auf die Liste der Terrororganisationen aufzunehmen. 

In Syrien will die ehemalige al-Nusra-Front die Regierung Assads stürzen und ein Kalifat errichten. Die USA und Israel sind erklärte Feinde des Islam in ihrem Weltbild. In einer Videobotschaft erklärte sie im Jahr 2012 ihre offizielle Gründung, daraufhin folgten blutige Anschläge durch sie in Syrien. Der Journalist Seymour Hersh veröffentlichte am 8. Dezember 2013 in der London Review Book einen Artikel, dass die Gruppe Zugang zu Sarin-Gas hat. 

Viele der Syrer, die in Deutschland Schutz fanden, würden gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren. Da die deutschen Behörden dies nicht unterstützen, verkaufen etliche Flüchtlinge ihre deutschen Dokumente an Schleuser im Internet, um so ihre Reise nach Syrien zu bezahlen.

Ein syrischer Flüchtling beschreibt gegenüber der dpa den laxen Umgang Deutschlands mit den Terroristen. Er erzählt, dass die IS-Krieger unverhohlen ihre Facebook-Seiten mit IS-Fahnen versehen und als Wohnort ihren tatsächlichen Wohnort in Deutschland angeben, ohne etwas zu befürchten:

Das sind nicht so schlaue Typen. Mehr als die Hälfte der Terroristen, die in Syrien für den IS kämpfen, sind Ausländer. Von den Syrern haben sich vor allem die Ungebildeten, die Armen und die Dorfbewohner dieser Gruppierung angeschlossen.

Von Deutschland wünsche er sich eine bessere Überprüfung der Flüchtlinge. 

Es ist nicht der erste Suizid eines vermeintlichen Islamisten hinter deutschen Gefängnisgittern. In der JVA Leipzig hatte sich im Oktober 2016 der Syrer Dschabar al-Bakr selbst umgebracht. Es wurde ein Verfahren eingeleitet, welches den Leiter des Gefängnisses und die Gefängnispsychologin wegen fahrlässiger Tötung beschuldigte. Dieses wurde aber anschließend wieder eingestellt. 

(rt deutsch/dpa)