Gefälschtes Wahlplakat lässt Merkel mit angeblichem SED-Spruch werben

Gefälschtes Wahlplakat lässt Merkel mit angeblichem SED-Spruch werben
Merkel beim Besuch einer ehemaligen DDR-Haftanstalt in Berlin-Hohenschöhausen, Deutschland, 11. August 2017.
Im Netz verbreitet sich ein gefälschtes Wahlplakat, auf welchem die Bundeskanzlerin mit dem angeblichen SED-Spruch "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben" wirbt. Der Urheber des Plakats ist unbekannt. Die AfD trug zur Verbreitung des viralen Hits bei.

Der Vergleich zwischen dem derzeitigen Merkel-Wahlspruch und dem vermeintlichen der SED liegt auf der Hand. Die CDU wirbt mit "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben", die Volkspartei der DDR soll einst "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben" als Plakatparole ausgegeben haben.

Der Urheber des viralen Hits ist unbekannt. Die AfD im Nordteil Hamburgs und weitere Seiten, die der Partei zuzurechnen sind oder ihr nahestehen, trug zur Weiterverbreitung der Persiflage in den sozialen Medien bei. Zuerst tauchte das Meme auf der Facebook-Seite "Politik & Zeitgeschehen" auf. 

Im ursprünglichen Plakat der SED von 1986 hieß es aber: 

Alle Kraft zur Stärkung unseres sozialistischen Vaterlandes der Deutschen Demokratischen Republik.

Der niederländische Fotograf Moerland hatte das Bild des DDR-Plakats auf Flickr hochgeladen. Dieses entstand auf einer seiner Reisen, die zum Ziel hatten, weltweit Straßenbahnen zu fotografieren. Das Original war in Farbe und wurde dann für das Plakat-Meme zweckentfremdet. Auch das Kürzel des CDU-Spruchs #fedidwgugl blieb im Netz nicht ohne Spott. 

Das Meme erinnert an eine frühere Verulkung Merkels. Das SED-Plakat einer Frau in Latzhose mit dem Aufruf "Alles zum Wohle des Volkes" und "Das schaffen wir", welches nicht nur der Frisur wegen an Merkel erinnert, ist allerdings keine Fälschung: