Familiennachzug: 390.000 Syrer haben Recht auf Familienzusammenführung

Familiennachzug: 390.000 Syrer haben Recht auf Familienzusammenführung
Emmanuel Macron begrüßt Angela Merkel zum Migrationsgipfel in Paris, Frankreich, 28. August 2017.
Der Migrationsgipfel in Paris beschäftigt sich mit dem Zuzug aus Afrika. Die Organisation Pro Asyl kritisiert Merkel und beschuldigt sie des Verrats europäischer Werte. Sie will ein Abkommen mit Libyen erreichen, welches dem der Türkei ähnlich ist.

Der Migrationsgipfel in Paris beschäftigt sich mit dem Flüchtlingsstrom aus Afrika. Deutschland und weitere EU-Staaten wollen Afrikanern eine legale Einreise nach Europa ermöglichen, sofern sie die Bedingungen für Asyl erfüllen. Dabei soll mit Libyen zusammengearbeitet werden.

Angela Merkel strebt hier ein Abkommen an, welches dem zwischen EU und Türkei ähnlich ist. Kritiker sehen dies aufgrund der instabilen politischen Lage in Libyen schwierig ist. Günther Burkhard, Geschäftsführer von Pro Asyl im Bayerischen Rundfunk zu Merkels Vorstoß: 

Man kooperiert mit Verbrechern. Das muss man klar formulieren. Es ist unfassbar, dass die Bundeskanzlerin europäische Werte so verrät und der Öffentlichkeit alles schönredet und so tut, als gebe es das alles nicht.

Die jetzigen Zustände in Libyen kritisierte auch das Auswärtige Amt. In den Lagern wären Folter, Vergewaltigungen und Exekutionen an der Tagesordnung. Burkhard fuhr fort:  

Es sind untragbare Zustände und das geschieht auch in den Lagern, die in dem Gebiet sind, was der sogenannten libyschen Einheitsregierung untersteht.

Fluchtzentren in den Maghreb-Staaten sollen helfen, die Zahl der Flüchtenden nach Europa zu vermindern. Die Haftlager in Libyen sollen in Flüchtlingslager umgewandelt werden. 

In Deutschland sind die Behörden noch immer mit der Flut der Flüchtlingswelle von 2015 beschäftigt. Bilder, wie die von vor zwei Jahren, will Angela Merkel vermeiden. Die Bild-Zeitung veröffentlichte nun Zahlen für den Familiennachzug nach Deutschland. Demnach haben 390.000 Syrer bis 2018 ein Anrecht, ihre Familien nach Deutschland zu holen. Zwischen Januar 2015 und Juni 2017 wurden 230.000 Visas zur Vereinigung von Familien stattgegeben. Die Mehrheit kam aus Syrien und dem Irak. Eine INSA-Umfrage ergab, dass nur 41,7 Prozent der Bürger der BRD den Familiennachzug unterstützen.

Die deutschen Vertretungen im Ausland sind mit der Flut der Anträge überfordert. Es kommt zu langen Wartezeiten von bis zu 16 Monaten, sonst wären die Zahlen noch höher. 

(rt deutsch/dpa)