Londoner Gericht tritt Boris Beckers Insolvenz wegen zu hoher Komplexität an Unternehmen ab

Londoner Gericht tritt Boris Beckers Insolvenz wegen zu hoher Komplexität an Unternehmen ab
Boris Becker in Frankfurt, Deutschland, 23. August 2017.
Insgesamt 15 Gläubiger stellen Forderungen an den ehemaligen Tennisstar Boris Becker. Dem Insolvenzgericht wurde der Fall nun zu komplex, fortan soll ein Privatunternehmen Beckers Insolvenz durchführen und dessen noch vorhandenes Vermögen feststellen.

Wie viel ist noch da vom Vermögen des einstigen deutschen Tenniswunders Boris Becker? Rund 180 Millionen Euro sollen es gewesen sein, die Becker im Laufe der Jahre verdient hatte. Der Finanzdienstleister Smith&Williamson soll nun feststellen, was davon noch übrig ist. Ansprüche erhebt unter anderem Hans-Dieter Cleven, ein einstiger Geschäftspartner Beckers. Clemens' Forderungen belaufen sich auf 37 Millionen Euro, die er dem Tennisstar einst als Kredit zur Verfügung stellte. 

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Laut britischem Gesetz können Personen, gegen die das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, weiter beruflich tätig sein. Die Ausgaben der Personen werden aber vom Insolvenzverwalter kontrolliert, hierunter fallen auch die Unterhaltsleistungen an seine Kinder. In Großbritannien führt das Insolvenzgericht im Regelfall eine sehr lockere Aufsicht über den Fortgang des Verfahrens. Neben einer administrativen Lösung unter Federführung des Insolvenzverwalters sind auch Gesamtvereinbarungen beliebt, die direkt und außergerichtlich zwischen dem Schuldner und der Versammlung der Gläubiger vorbereitet werden.

Ex-Manager Tiriac will Becker weiter zur Seite stehen

Boris Becker wurde jüngst in Frankfurt als der neue "Herren-Tennis-Chef" des Deutschen Tennisbunds vorgestellt. Hierfür erhält er keine Vergütung, der DTB erstattet ihm aber die Reisekosten bis zu den Olympischen Spielen in Tokio. Das Insolvenzverfahren gegen Becker wurde im Juni eröffnet. Der ehemalige Trainer Beckers Ion Tiriac gab in einem Interview mit dem Zeit-Magazin bekannt, seinem einstigen Schützling auch weiterhin finanziell zur Seite stehen zu wollen. 

Der Anwalt Beckers, Christian-Oliver Moser, widersprach unterdessen einem Bericht der Bild-Zeitung, wonach Becker 22 Millionen Schulden habe. Bei Hinzurechnung der Forderungen ehemaliger Geschäftspartner ergäben sich 58 Millionen Euro, so die Bild-Zeitung. Becker verfüge nur noch über ein Vermögen von 330.000 Euro, so der Anwalt des ehemaligen Geschäftspartners Cleven.