Studie ergibt: Deutsche vertrauen Wladimir Putin mehr als Trump

Studie ergibt: Deutsche vertrauen Wladimir Putin mehr als Trump
Präsident Wladimir Putin und sein US-amerikanischer Amtskollege Donald Trump beim G20-Gipfel in Hamburg, Deutschland, 7. Juli 2017.
Die Bürger vieler mit den USA verbündeter Länder vertrauen Wladimir Putin mehr als Donald Trump. Dies ergab eine Studie des Pew-Forschungszentrums zur globalen Wahrnehmung von Ländern. Auch in außenpolitischen Fragen gewinnt Russlands Präsident an Zuspruch.

Obwohl - oder gerade weil - Donald Trump im Wahlkampf unter anderem mit einem besseren Verhältnis zur Russischen Föderation geworben hatte, verschärfte sich nach seiner Wahl sogar noch die Anti-Russland-Politik in den USA. "Russland, der Aggressor": Dieses Bild propagieren amerikanische und westliche Medien immer wieder und seit Trumps Amtsantritt mehr als je zuvor. Versuche von Politikern, ein anderes Image des russischen Partners in Kultur und Wirtschaft zu zeichnen, werden unterdrückt.

Die Bevölkerung denkt in vielen Ländern jedoch anders als Politik und Medien. Auch in Ländern, die außenpolitisch mit den USA verbündet sind, zeigt sich dieses Phänomen.

Untersucht wurden die Meinungen von Bürgern aus Japan, Südkorea und sieben NATO-Mitgliedern: Griechenland, Deutschland, Türkei, Ungarn, Frankreich, Italien und Spanien. Alle Länder hatten trotz - oder vielleicht wegen - dessen medialer Verteufelung mehr Vertrauen in Putin. Am größten war der Abstand zwischen Putin und Trump in Deutschland und Griechenland. In Deutschland haben nur 11 Prozent Vertrauen in Trump, 25 Prozent vertrauen Putin. In Griechenland sehen 50 Prozent Putin positiv, 19 Prozent Trump. 

Auch zwischen den Generationen gibt es große Unterschiede. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die jüngere Generation Russland positiver sieht. In Deutschland macht der Generationenunterschied 17 Prozentpunkte aus. 

Südkoreaner tragen Trump historischen Fauxpas nach

Auch die Südkoreaner bevorzugen Putin gegenüber Trump. Putin erreicht hier 27 Prozent, Trump nur 17. Gründe hierfür können unter anderem in Trumps im Frühjahr zum Ausdruck gebrachter Unwissenheit zur Geschichte und Politik der Region liegen, die selbst Historiker in Seoul auf die Straßen zum Protest aufmarschieren ließ. Auch die kriegerische Rhetorik Donald Trumps, die noch immer droht, die Situation auf der koreanischen Halbinsel bis zu einem Krieg eskalieren zu lassen, dürfte eine bedeutende Rolle spielen. 

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Die Umfrage des Pew Forschungszentrums bestätigte auch eine nach wie vor starke Deutungsmacht der amerikanischen Medien. Immerhin 47 Prozent der US-Bürger sehen Russland als Gefahr. Ein positives Bild Russlands haben hingegen 83 Prozent der Vietnamesen, 64 Prozent der Griechen und 55 Prozent der Menschen auf den Philippinen. 

Wenige sehen die russische Macht und den Einfluss als eine große Bedrohung ihrer Nation an. Russland ist viel weniger bedrohlich als andere Probleme, wie die des Islamischen Staates und der Klimawandel...

Der Vergleich der angeblichen Bedrohung durch Russland mit dem Islamischen Staat ist nicht neu und elementarer Teil des amerikanischen Anti-Russland-Narrativs. Aber auch der Kampf gegen den IS wird Russland zum Nachteil ausgelegt. Neu erlassene Sanktionen gegen Russland durch die USA werden nicht zuletzt mit dem russischen Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien begründet. 

Russische SU-27 Jagdflugzeuge während einer Flugshow in Alabino, Moskau, Russland, 1.August 2015.

Russophobie heute vor allem unter Liberalen verbreitet

Die Studie kommt auch zu dem Schluss, dass in den USA die Wahrnehmung Russlands als Gefahr mit der politischen Orientierung zusammenhängt - und sich diesbezüglich eine deutliche Veränderung gegenüber der Zeit des Bestehens der Sowjetunion abzeichnet. Heute sehen 61 Prozent der Demokraten Russland als Gefahr, während nur noch 36 Prozent der Republikaner dieser Sicht zustimmen.

Die Sicht Russlands auf globaler Ebene hat sich seit der letzten Studie 2015 jedoch in Summe verbessert. Waren es 2015 noch 51 Prozent der Befragten, die Russland negativ betrachteten, verbesserte sich das Image des Landes seither um zehn Prozentpunkte.

Bezüglich einer russlandsfeindlichen Einstellung sticht Schweden innerhalb Europas mit einer negativen Wahrnehmung bei 78 Prozent heraus. In dem nordischen Land, welches kein NATO-Mitglied, aber ein Gastland des Bündnisses ist, taucht die angebliche russische Bedrohung immer wieder in der Presse auf.

U-Boote, Spionageflugzeuge und die unsichtbare Gefahr auf der Insel Gotland spielen dabei eine wesentliche Rolle. An der Ostküste Schwedens gelegen, soll dies der Ort sein, welchen Putin als Erstes einnehmen wird, wenn er Schweden angreift.