Nach Randale beim DFB-Pokalspiel zwischen Hertha und Hansa: Ermittlungen gegen beide Vereine

Nach Randale beim DFB-Pokalspiel zwischen Hertha und Hansa: Ermittlungen gegen beide Vereine
Das DFB-Pokalspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Hansa Rostock musste mehrfach unterbrochen werden.
Beim DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC kam es zu mehreren Fällen von Randale. Gegnerische Fans verbrannten ein 30-Meter-Banner Herthas und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei schritt dennoch nicht ein und sieht die Schuld bei den Vereinen.

Am Montag fand das DFB-Pokalspiel zwischen dem Drittligisten Hansa Rostock und dem Bundesligisten Hertha BSC im Rostocker Ostseestadion statt. Nach einer ruhigen ersten Halbzeit kam es zu Beginn der zweiten Halbzeit zu Ausschreitungen. 

Video eines Augenzeugen der Randale: 

Für die Polizei Rostocks stellt sich der Vorfall so dar, dass der Verein Hansa von dem Hertha-Banner in Händen der Hansa-Fans wusste und es dennoch zuließ, dass dieses ins Stadion gelangen konnte. Die Polizei erklärte, sie habe nach diesbezüglichen Informationen durch Vereinsoffizielle des Hansa-Lagers eine Suchaktion im Stadion vor Spielbeginn durchgeführt, die aber erfolglos blieb. Nun ermittelt der Fußball-Bund gegen beide Vereine.

Polizei schließt eigene Kontrolllücke aus

Die Polizei veröffentlichte eine Erklärung zum Spiel. Hierin heißt es:

Da die durchsuchenden Ordnungskräfte keinerlei Bezug zum F.C. Hansa Rostock haben, kann nahezu ausgeschlossen werden, dass das Banner durch sie ins Stadion gelangte oder bei Kontrollen unentdeckt blieb. 

Die sich im Bau befindende Volgograd-Arena für die WM-2018, Volgograd, Russland, 21. Juli 2017.

Michael Ebert, der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, erklärte: 

Somit liegt die Vermutung nahe, dass das Banner über vereinseigene Strukturen und mit Wissen von Vereinsoffiziellen ins Stadion gelangen konnte. Bereits während unserer heutigen Einsatzbesprechung informierte mich der Verein F.C. Hansa Rostock, dass laut Informationen der Vereinsführung sich das gestohlene Banner bereits im Stadion befinde und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgerollt werden solle.

Banner wurde 2014 aus Berlin gestohlen

Der Schiedsrichter des Spiels, Robert Hartmann, sagte gegenüber den SKY-Nachrichten: 

Ich bin für die Sicherheit der Spieler verantwortlich, die war nicht mehr gegeben, als Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geschossen wurden.

Es kam zu einer viertelstündigen Unterbrechung. Danach stellte die Polizei fest, dass sich die Situation beruhigt hat und das Spiel wurde fortgesetzt. 

Das 30 Meter lange Banner wurde im Jahr 2014 aus dem Olympiastadion in Berlin gestohlen. Nach dem Anzünden des Banners entlud sich auch die Wut der Hertha-Fans an den Gegnern. Sie zündeten Böller und Leuchtraketen. 

Das Spiel selbst endete mit einem 2:0-Auswärtssieg. Hertha BSC steht damit in der 2. Runde des DFB-Pokals.