Bundeswehr-Universität bietet neuen Studiengang für den Krieg im Netz

Bundeswehr-Universität bietet neuen Studiengang für den Krieg im Netz
Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Bundeskanzleramt, Berlin, Deutschland, 2. August 2017.
Ab dem Jahr 2018 sollen 70 Studenten den Krieg im Netz an der Bundeswehr-Universität lernen und diese, im Sinne von der Leyens, weiter modernisieren. Zur Einweihung des Studentenwohnheims reiste von der Leyen in den Süden Münchens. Aber die Uni hat Probleme mit der Rekrutierung von Fachkräften.

Zur Eröffnung des neuen Studentenwohnheims im Juni an der Bundeswehruniversität in München war die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen selbst erschienen. Das Wohnheim soll die neuen Soldaten von morgen beherbergen, die sich im Cyberkrieg schulen lassen. Rund 160 Millionen Euro kostete die Einrichtung des neuen Studienfaches.

Der Nachwuchs soll die derzeit unbesetzten IT-Stellen, 2.000 insgesamt, füllen und darüber hinaus die Bundeswehr schützen und in ihren Einsätzen aus dem Netz heraus betreuen. Zunächst sollen ab Januar 2018 ganze 70 Studenten auf dem Campus leben und lernen, in den Folgejahren sollen durch den Studiengang zusätzliche 480 Studenten hinzukommen. 

Der Studiengang bietet 13 neue Professuren, 60 wissenschaftliche Mitarbeiter und Angestellte. Wie die Zeit berichtete, fällt es der Bundeswehr-Universität schwer, entsprechendes Personal für seinen neuen Studiengang zu begeistern und Lehrstellen mussten mehrmals ausgeschrieben werden. Gefordert werden Kenntnisse in Schadsoftware und Informationstechnik. Ein Forschungszentrum zur Cyberabwehr gibt es bereits. Mehr als 7.000 Quadratmeter umfasst das neue Zentrum für den Krieger der Moderne. 

Nach Skandalen in der Bundeswehr ist das Anliegen der Verteidigungsministerin an dem neuen Studiengang, der in die Zukunft weist, groß. Seit dem Jahr 2012 musste die Bundeswehr 18 Mitglieder wegen Rechtsradikalismus entlassen. In diesem Jahr folgte der Skandal um den Offizier Franco A.

Der 28-jährige Rechtsradikale hatte Ende 2015 in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen angegeben, aus Syrien zu stammen. Er stellte im bayerischen Zirndorf bei der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag. Sein Ziel war ein Terroranschlag. Der Skandal weitete sich aus und das Image, welches die Bundeswehr durch kostspielige Werbemaßnahmen verbessern wollte, litt abermals.  

ForumVostok