"So ein Käse" - Mehmet Scholl äußert sich zu der Confed-Cup-Affäre der ARD in Russland

"So ein Käse" - Mehmet Scholl äußert sich zu der Confed-Cup-Affäre der ARD in Russland
Hatte schon immer seinen eigenen Kopf - auch abseits des Fußballplatzes: Mehmet Scholl.
Fünf Wochen nach dem Finale hat sich der frühere Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl erstmals zu seinem "Zoff" mit der ARD geäußert. Scholl war zu den beiden Halbfinalspielen des Confed Cups, bei denen er als ARD-Experte eingeplant war, nicht erschienen.

Nachdem es zum Zwist zwischen der ARD und ihrem populären Experten gekommen war, hatte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky seinerzeit eingeräumt:

Ja, es gab eine Meinungsverschiedenheit.

Doch am Montag hieß es auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks:

Künftig wird Scholl aber weiterhin für die Sportschau als Experte tätig sein.

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Ein deutscher Fußballfan in Sotschi am 25. Juni 2017.

Konkret war es vor den Halbfinalspielen beim Confed Cup zwischen Deutschland und Mexiko sowie Chile und Portugal um einen Bericht über Doping in der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM vor drei Jahren gegangen. Scholl sagte im BR-Hörfunk, dass ihm die Vorberichterstattung zu negativ gewesen sei, und das nicht zum ersten Mal. An diesem Tag habe dieses Doping-Thema "nichts in der Sendung verloren" gehabt, sagte Scholl. "Es hatte in dem Moment überhaupt keine Relevanz." Scholl sagte zudem wörtlich:

Eine Redaktion, ich sage nicht welche… wir bestehen ja aus ganz vielen verschiedenen Sendern, BR, SWR, WDR, NDR, [...] und immer, wenn ein bestimmter Sender das Programm macht, fangen wir grundsätzlich mit negativen Storys an.

Die sei ihm in letzten zwei Jahren aufgefallen.

Und an diesem Tag war dieser Sender wieder am Start",

so Scholl weiter. Er habe gewollt,

dass die Story draußen bleibt. Und dann haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Daraufhin habe ich gesagt, ich gehe. Und dann bin ich gegangen",

erläuterte der Ex-Profi in seiner Sendung "Mehmets Schollplatten" sein Vorgehen. Scholl war unterstellt worden, er sei nicht gegen Doping im Fußball.

So ein Käse. Doping ist das Schlimmste für den Sport, das macht den Sport kaputt, den Sportler kaputt, das macht die Glaubwürdigkeit kaputt. Ich habe da eine ganz klare Meinung, Doping muss ganz, ganz hart bestraft werden. Aber an diesem Tag hatte diese Thema nichts in der Sendung verloren.

Unter diesem Link können Sie sich den Originalkommentar von Mehmet Scholl anhören. Er äußert sich ab Minute 49 zu dem Vorfall während des Confed Cups.

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