Peking warnt Indien: "Verlasst chinesisches Gebiet, sonst droht Krieg!"

Peking warnt Indien: "Verlasst chinesisches Gebiet, sonst droht Krieg!"
Indische Soldaten in der Kaschmir-Region, 27. April 2017.
Ein Straßenbauprojekt in einer von Peking beanspruchten Region zwischen China, Indien und Bhutan führt zu Konflikten zwischen den asiatischen Atommächten. Bhutan rief nach indischen Truppen zum Schutz und China fordert den Abzug der indischen Soldaten aus dem Dolkam-Plataeu.

Ein indischer Verteidigungsexperte beschuldigte Peking kriegerische Nachrichten gegen Delhi zu verbreiten und in den chinesischen Fernsehnachrichten wurde daraufhin vor Krieg gewarnt, wenn die Inder nicht das umkämpfte Doklam-Plateau verließen. Das Doklam-Gebiet liegt zwischen Indien und China und Bhutan in der Region des Himalaya. Auf Chinesisch wird es als Donglang bezeichnet.

Der ehemalige indische Armeegeneral Ashok Mehta und der Direktor des chinesischen Verteidigungsministeriumszentrums für internationale Sicherheitskooperation Colonel Zhou Bo lieferten sich einen Schlagabtausch. 

Der chinesische Präsident sprach während Feierlichkeiten zum 90. Gründungstag der Volksbefreiungsarmee.

Im Global Television Network (CGTN) sagte Mehta: 

Chinesische Medien, Denkfabriken, Xinhua (chinesische Nachrichten), Global Times, PLA Daily, haben die aggressivsten und kriegerischsten Geschichten geschrieben, um Indien in den Krieg zu führen, einen Zwei-Frontenkonflikt zu führen und Indien eine Lektion zu erteilen. (....) Ich meine, diese Art der Sprache wird in Indien nicht verwendet. 

Auf die Frage hin, aus der chinesischen Presse zu zitieren und ein Beispiel zu nennen, konnte der Inder keine Beispiele nennen. 

Zhao unterbrach ihn: 

General, Sie haben zu viel geredet! Dies ist nicht der rechte Weg, um eine Unterhaltung zu führen. Lassen Sie mich nur ein paar Sekunden nutzen - Sie (die indischen Truppen), sind auf chinesischem Gebiet, wenn Sie keinen Krieg wollen, müssen Sie das chinesische Gebiet verlassen. 

Laut Indien gehört Doklam zu Bhutan, China aber reklamiert das Gebiet für sich. Zhou fragte rhetorisch, wie Indien den Mut gehabt hat diese Gegend zu betreten und dabei betonend, dass Indien hierzu kein Recht hat: "sie wurden nicht nach Bhutan eingeladen." 

Mehta konterte: 

Dies ist kein chinesisches Territorium. Die Bhutaner haben laut und deutlich gesagt, dass es strittiges Gebiet ist...und baten darum den Status-quo nicht zu stören. 

Im Juni bauten Chinesen eine Straße auf dem Plateau, was zu Spannungen zwischen Peking und der Regierung in Delhi führte. Bhutan forderte daraufhin militärische Unterstützung in Indien an und indische Truppen sammelten sich an der Grenze. Indien ist gegen die chinesische Straße, welche den Chinesen erlauben wird enger an den Siliguri Korridor heranzukommen. Dieser ist auch als "Hühnernacken" bekannt, ein sich eng ausdehnendes Land, welches Indien im Nordosten mit dem Rest des Landes verbindet. 

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Historische Dokumente belegten, so die Regierung in Peking, die Zugehörigkeit zu China und forderte mit dieser Begründung den Abzug indischer Truppen. Im Juli unternahm das chinesische Militär Manöver, unweit der Doklam-Region in Tibet. Die indischen Truppen sind der Rückzugsforderung Chinas bisher nicht gefolgt. Reuters zitierte den chinesischen Außenminister:  

Aber die indische Seite hat bisher keine wirklichen Schritte unternommen, den Fehler zu beseitigen. Es hat alle möglichen Gründe vorgebracht, die kein Standbein haben, um Entschuldigungen für den illegalen Grenzübertritt des indischen Militärs hervorzubringen. 

Zuletzt kam es im Jahr 1962 zu einem kurzen Krieg zwischen den beiden Atommächten China und Indien. Auch hier ging es um Gebietsansprüche in der Grenzregion. China gewann den damaligen Konflikt. Nun plant China seine Truppenzahl im Grenzgebiet zu erhöhen. 

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