Nach Anti-Türkischer Werbung: Türkische Kunden wenden sich von der Telekom ab

Nach Anti-Türkischer Werbung: Türkische Kunden wenden sich von der Telekom ab
Das Zeichen der Telekom auf der CeBIT-Messe in Hannover, Deutschland, 1. März 2009.
"Würden sie noch Urlaub in der Türkei machen?" Mit dieser Umfrage warb T-Online in Düsseldorf. Die Firma Telekom bekam den Ärger ihrer türkischen Kunden zu spüren. Viele kündigten bei dem Internetanbieter, obwohl dieser nicht mehr mit dem T-Online Nachrichtenportal zusammenarbeitet.

"Über 100.000 Nutzer von T-Online.de sagen: Nein", lautete die Umfrage von T-Online. 'Nein' sagten daraufhin auch viele Kunden gegenüber der Telekom, die sich gekränkt fühlten. Der türkische Blogger Bilgili Üretman verbreitete das Bild im Netz.

Als Reaktion auf die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner und anderer Deutscher wurden die Reisehinweise des Auswärtigen Amts für das beliebte Urlaubsland verschärft. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zog einen Vergleich mit der DDR. Der Finanzminister sieht die Türkei mittlerweile als ein "Risikoland" an.

Den über die Werbung wütenden Nutzern in den sozialen Medien erschien es nach der Verbreitung der Werbung irrelevant, dass das T-Online Newsportal seit zwei Jahren nicht mehr zur Telekom gehört. Diese hatte es an die Firma Ströer verkauft. Aber mit dem Verkauf ging auch das Nutzungsrecht des T-Logos einher. Denjenigen, welche sich durch die Werbung in ihrer Ehre gekränkt fühlen, war der Unterschied zur Telekom nicht ersichtlich oder nicht wichtig. 

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