Kein politischer Hintergrund: Laser-Attacke gegen G20-Hubschrauber durch besorgten Familienvater

Kein politischer Hintergrund: Laser-Attacke gegen G20-Hubschrauber durch besorgten Familienvater
Ein Polizei-Hubschrauber beleuchtet Straßenzüge während G20-Protestler Feuer auf der Hamburger Schanze legen, 7. Juli 2017.
Der Vorfall galt als die schwerste Straftat während der Proteste gegen den G20-Gipfel. Ein 27-jähriger Mann soll mit einem Laserpointer die Besatzung eines Polizeihubschraubers geblendet und verletzt haben. Jetzt werden Einzelheiten bekannt, die den Vorfall in ein anderes Licht rücken.

Laut der Hamburger Staatsanwaltschaft soll nach bisherigem Ermittlungsstand der Täter, ein 27-jähriger Deutscher namens Nico B, am 6. Juli von 22.47 Uhr bis 22.52 Uhr „aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung an der Kirchenstraße mit einem Lasergerät mehrere gezielte Stöße auf den Polizeihubschrauber ,Libelle 2‘ abgegeben und den Piloten hierdurch stark geblendet haben.“

Die Anklage gegen Nico B. lautet: Versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr:

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, nicht nur Verletzungen, sondern auch den Tod von mehreren Personen, insbesondere der beiden Besatzungsmitglieder und Bewohner des Stadtgebiets billigend in Kauf genommen zu haben“, so der Wortlaut des Haftbefehls.

Auf den Tatbestand „versuchter Mord“ stehen in Deutschland Haftstrafen zwischen drei bis 15 Jahren.

Der Hamburger Morgenpost ist es gelungen, die 35-jährige Verlobte des mutmaßlichen Täters zu interviewen. Laut ihrer Darstellung agierte Nico B. aus nicht aus politischen Motiven sondern „aus Hilflosigkeit“, weil die gemeinsame vierjährige Tochter durch den Fluglärm des Hubschraubers Angst hatte und nicht einschlafen konnte:

Nico ist ein liebender Familienvater. Ihm war nicht bewusst, dass er jemandem schaden könnte. Nico war hilflos. Er wollte, dass der Hubschrauber etwas weiter wegfliegt. Als die Lichter ausgingen, war ihm klar, dass er ihn getroffen hatte und sofort damit aufgehört. Es tut ihm furchtbar leid.

Da laut Einschätzung der Staatsanwaltschaft bei Nico B. Fluchtgefahr besteht, sitzt er seit dem 8. Juli in U-Haft.

Verpixelte Aufnahme des mutmaßlichen Täters Nico B. - Screenshot Mopo