Grüne machen sich über FDP-Wahlplakate lustig

Grüne machen sich über FDP-Wahlplakate lustig
Diese "Kreation" stammt von dem ehemaligen grünen Umweltminister Jürgen Trittin.
In einer Twitteraktion parodieren die Grünen Wahlplakate der FDP und ihres Spitzenkandidaten Christian Lindner, indem sie diese einfach umtexten. Die FDP reagiert gelassen auf den satirischen Tiefschlag. RT Deutsch gibt Tipps, wie sie sich revanchieren kann.

Die Grünen scheinen in der FDP ihren schärfsten Gegner für die kommende Bundestagswahl ausgemacht zu haben. Und das, obwohl sie geradein Schleswig-Holstein begonnen haben, mit der FDP in einer Regierungskoalition zusammenzuarbeiten.

Die FDP hatte am Montag ihre neue Wahlkampfkampagne vorgestellt. Fast alle der Wahlplakate zeigen den Spitzenkandidaten Christian Lindner.

"Personenkult" um Lindner aufs Korn genommen

Mit einer Twitteraktion sorgten die Grünen nun dafür, dass die Plakate der FDP noch zusätzliche Aufmerksamkeit bekommen. Eines der Originalplakate mit Lindner wirbt mit der Headline "Die Digitalisierung ändert alles. Wann ändert sich die Politik?" Die Grünen nahmen diese Headline auf und veränderten in verschiedenen Versionen den Text. Unter dem Hashtag #lindnersprueche kann sich jeder die veränderten Plakate zu Gemüte führen.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring sagte in einem Gespräch mit der ARD, dass man vor allem den Personenkult der FDP aufs Korn nehmen wollte. Der "extreme Fokus" auf Lindner wirke so,

als würden sich die Liberalen aus der außerparlamentarischen Opposition heraus mit einem Kanzlerkandidaten bewerben.

Auch der frühere Bundesumweltminister und derzeitige Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin versuchte sich als Texter.

Die FDP ist zwar nur mäßig amüsiert über die Aktion, reagierte aber gelassen auf den satirischen Angriff.

Wir interpretieren das als Foul der Grünen, denn es widerspricht ihrer Selbstverpflichtung zu einer fairen Wahlkampfführung",

sagte Nils Droste, Pressesprecher der FDP. Problematisch sei jedoch, dass die Grünen auf die Kennzeichnung als Satire verzichtet hätten. Im Zeitalter von "Fake-News" sei die Kampagne deshalb fragwürdig.

Trittin: "Satire ist offensichtlich"

Die Kritik von Droste ist faktisch begründet. Die Grünen hatten tatsächlich eine "Selbstverpflichtung für einen fairen Bundestagswahlkampf 2017" im Netz veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:

Lügen und bewusste Falschaussagen sowie das Verbreiten von nachweislich und eindeutig falschen Meldungen, Zitaten und Behauptungen lehnen wir entschieden ab.

Trittin will diesen Einspruch nicht gelten lassen und sagte zur Twitterkampagne:

Wir sind jetzt im Vorwahlkampf und da ist auch Spaß noch erlaubt.

Zudem sei es aus seiner Sicht "völlig offensichtlich", dass es sich bei den Plakaten um Satire handele. Natürlich sei man gegen die Verbreitung von Falschmeldungen, aber Zuspitzungen seien durchaus erlaubt - etwa um die "Inhaltsleere der FDP" darzustellen, die es ja schließlich wirklich gebe, so der Grünen-Politiker.

Doch offenbar erkennt nicht jeder sofort, dass es sich bei der Aktion der Grünen um Satire handelt. So zum Beispiel der Verleger Jakob Augstein.

Rechtlich bewegt sich die Aktion der Grünen in einer Grauzone. Zwar gibt es einen Schutz des Urheberrechts und des eigenen Bildes, doch gleichzeitig können diese Rechte eingeschränkt oder aufgehoben sein, wenn es sich um Satire handelt. Die FDP hat beschlossen, nicht zu klagen.

Im Gegenteil, einige in der FDP finden sogar, die Aktion sei "kostenlose Werbung" für 2013 aus dem Bundestag gewählte Partei. Das findet jedenfalls Calvin Schröder, ein Mitglied der Jungen Liberalen (JuLi). Auch der Bundesvorsitzende der JuLis, Konstantin Kuhle, reagierte auf Twitter mit Humor.

Wie sich die FDP trotzdem revanchieren könnte, zeigt RT Deutsch mit drei Beispielen. Natürlich genau so satirisch gemeint wie bei den Grünen: