Seltsame Fragen des BAMF an homosexuelle Asylbewerber: "Wie haben Sie den Verkehr empfunden?"

Seltsame Fragen des BAMF an homosexuelle Asylbewerber: "Wie haben Sie den Verkehr empfunden?"
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI). Der Sitz der Behörde liegt in der ehemaligen Südkaserne in Nürnberg.
Homosexuelle, denen in ihrer Heimat drastische Strafen drohen, müssen offenbar während ihres Asylgesuchs in Deutschland bizarre Fragen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge beantworten. "Ein strukturelles Problem" beim BAMF, so der Homosexuellen-Verband LSVD.

Eine genaue Zahl, wie viele Flüchtlinge homosexuell sind, gibt es nicht. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Berlin geht von einer Quote um die zehn Prozent aus. Auchch das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration führt keine genauen Statistiken über die sexuelle Orientierung.

Dennoch sollen BAMF-Mitarbeiter homosexuellen Asylbewerbern bei Anhörungen einem Medienbericht zufolge äußerst unangenehme und intime Fragen zu deren Neigung gestellt haben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. In einem Fall soll ein Mitarbeiter der Behörde einem Flüchtling aus Pakistan im November 2016 während der Anhörung unter anderem folgende Frage gestellt haben:

Wie oft hatten Sie mit Ihrem Freund Geschlechtsverkehr?

Und zudem auch:

Wie haben Sie den Verkehr empfunden?

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck wirft dem BAMF in der Süddeutschen eine "Missachtung asylrechtlicher Vorgaben" vor. Wanja Kilber von der Hilfsorganisation Quarteera hatte im April in der "Welt" kritisiert, dass das BAMF Anträge von homosexuellen Asylbewerbern oftmals mit der Begründung ablehne, dass die Betroffenen in ihren Heimatländern zurückhaltender leben könnten. Eine solche Argumentation hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte jedoch als rechtswidrig eingestuft und bereits 2013 verboten.

Laut Recherchen der "Welt" sind unter den Abgelehnten viele Nordafrikaner, Menschen aus Uganda und Ghana, sowie aus Afghanistan und dem Iran. Schwulen Flüchtlingen aus Syrien wird zwar wegen des Krieges subsidiärer Schutz gewährt, einen Flüchtlingsstatus erhalten sie jedoch nicht.

Das bedeutet: Sobald der Krieg in Syrien vorbei ist, werden sie abgeschoben. Zudem wird Frauen laut der Süddeutschen gar nicht erst geglaubt, dass sie lesbisch sein, da sie oftmals bereits verheiratet seien und Kinder hätten. Dass es in den Herkunftsländern häufig zu Zwangsverheiratungen kommt, wird offenbar nicht beachtet.

Mehr lesen:Nach der Abstimmung für Homo-Ehe - Deutschland ist nun progressives Land