G20-Proteste: 143 Festnahmen - Polizei will Pressefreiheit einschränken

G20-Proteste: 143 Festnahmen - Polizei will Pressefreiheit einschränken
Nach dem gestrigen Abend, als Sondereinsatzkräfte der Polizei ausströmmten, um gewalttätige Demonstranten festzunehmen, sind die Menschen heute wieder auf die Straße gegangen. Die Polizei "bittet" am Freitag die Presse, ihre Freiheit selbst einzuschränken. Heute meldet sie 143 Festnahmen und 122 Ingewahrsahmnahmen.

Mit der sich zuspitzenden Lage während der G20-Proteste in Hamburg begann sich Sorge um das Image der Hamburger Polizei breitzumachen. Allmählich musste die Polizei schweres Gerät auspacken, bis es schließlich zu Einsätzen von Spezialeinheiten kam, die schwerbewaffnet Häuser stürmten, die von gewaltbereiten Demonstranten gehalten wurden. Mit einem Tweet, der fast eintausend Mal verbreitet wurde, forderte die Polizei Hamburg die deutsche Presse auf, sich selbst zu zensieren. Auf dem Micro-Bloggingdienst schrieb sie in freundlichen Worten:

Wir bitten Medien & Privatpersonen, das taktische Vorgehen der Einsatzkräfte nicht zu filmen /zu senden, um sie nicht zu gefährden."

Der Chefreporter von der Bild Frank Schneider moniert über die exzessive Polizeigewalt in einem Tweet:

Frank Schneider auf Twitter: "Polizisten greifen an Schanze gezielt Journalisten an: "Ab jetzt gibt's keine Pressefreiheit mehr, hau ab oder ins Krankenhaus!"

Bilder vom Einsatz deutscher Spezialeinheiten in den Straßen von Hamburg vor brennenden Autos kursieren inzwischen weltweit.

Unter anderem entsandte die Hamburger Polizei schwerbewaffnete Scharfschützen. Diese verschanzten sich gegen Angreifer aus den Reihen gewaltbereiter Demonstranten, die mutmaßlich dem sogenannten Schwarzen Block angehören.

Reporter Schneider spricht von bürgerkriegsähnlichen Szenen, wo sich der SEK mit Maschinengewehren auf Dächern verschanzte.

In einem Tweet, das bisher weniger Beachtung fand, teilte die Polizei am Samstag mit, dass 265 Menschen, die an Demonstrationen teilnahmen, bisher aus dem Verkehr gezogen wurden.

Auf einen Tweet von RT Deutsch-Redakteur Ali Özkök, der die Stationierung von schwerbewaffneten Polizisten im Herzen Hamburgs thematisierte, antwortete der Pressesprecher der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) Christian Lüth:

Die Linksextremen machen's notwendig."

Unterdessen gibt sich die linke Zeitung "junge Welt" in ihrer Samstag-Ausgabe kämpferisch. Auf der ersten Seite der Zeitung fordert sie mit Blick auf die Zwischenfälle am gestrigen Abend "Entschlossenheit gegen Polizeigewalt". In großen roten Buchstaben steht auf der Titelseite:

Jetzt erst recht!"

Eine Twitter-Nutzerin, die sich A.n.n.a nennt, kritisierte Justizminister Heiko Maas scharf. Sie tweetete:

Hamburg brennt und Justizminister Heiko Maas feiert."

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