Live-Updates: Staatschefs, Gewalt und friedlicher Protest am ersten Tag des G20-Gipfels

Live-Updates: Staatschefs, Gewalt und friedlicher Protest am ersten Tag des G20-Gipfels
REUTERS/Hannibal Hanschke
Es ist ein neuer Tag in Hamburg, doch offenbar gehen die gewaltsamen Zusammenstöße unvermindert weiter. Die Hamburger Polizei fordert sofortige Verstärkung aus allen Bundesländern an. Aus Berlin sollen drei Hundertschaften helfen, die Situation zu beruhigen.

Die Hamburger Polizei fordert offenbar wegen des Ausmaßes der Gewalt weitere Unterstützung aus allen Bundesländern an. Allein aus Berlin sollen schon drei Hundertschaften unterwegs sein.

Ein ranghoher Polizeiführer sagte gegenüber der "Welt":

Wir können nur hoffen, dass sich die Gerüchte in Luft auflösen, wonach internationale Links-Extremisten parallel die Hauptstadt angreifen wollen. Denn diese Hinweise gab es seit geraumer Zeit.

Mittlerweile wird der Polizei unter anderem auch vorgeworfen, die Situation unterschätzt zu haben.

Verfolgen Sie die weiteren Entwicklungen in Hamburg hier auf unseres Live-Updates:


  • 00:55 Uhr

    Nach Angaben des Polizeisprechers Timo Zill wurden 100 Personen in Gewahrsam genommen. Auch einige Haftbefehle sind erlassen worden. Diese Menschen befänden sich in Untersuchungshaft.

  • 00:06 Uhr

    Mit einem massiven Aufgebot rückt die Polizei in der Schanze vor, räumt mit gepanzerten Fahrzeugen Barrikaden weg, Wasserwerfer und Tränengas kommen zum Einsatz. Die besetzte Kreuzung Schulterblatt - Schanzenstraße wurde geräumt. 

  • 23:07 Uhr

    Bilanz des ersten G20-Gipfeltages: Gewalt und Chaos auf Hamburgs Straßen, Hoffnung für Syrien und eine Nachtschicht für die Unterhändler

    Bundeskanzlerin Merkel sagte laut dpa, bei den Verhandlungen sei man vorangekommen, die Unterhändler hätten aber noch Arbeit vor sich.

    Sie müssen noch einmal eine Nacht durcharbeiten, das gehört aber dazu". 

  • 23:03 Uhr

    Nach Einschätzung von Andreas Blechschmidt, einem der Sprecher der Anmelder der Demo "Welcome to Hell", ist das Schanzenviertel in der Umgebung der Roten Flora eine "komplett polizeifreie Zone." Es brennen auf dem Schulterblatt drei Barrikaden, wie er weiter sagt. Es gebe viel Glasbruch. "Ungefähr 2000 Leute sind auf der Straße." Aktuelle gewalttätige Proteste fänden in Sichtweite statt.

  • 22:59 Uhr

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Ehefrau Emine sind dem feierlichen Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie am Rande des G20-Gipfels ferngeblieben. Aus dem Umfeld Erdogans hieß es, der Präsident sei stattdessen am Freitagabend nach dem ersten Gipfeltag in sein Hotel in Hamburg gefahren. Er habe dort eine Besprechung mit seinen mitreisenden Ministern gehabt. Ein Grund für das Fernbleiben wurde nicht genannt. 

    Der Berater Erdogans, Ilnur Cevik, kritisierte in der regierungsnahen Zeitung "Daily Sabah", dass Deutschland als G20-Gastgeber "offen seine Opposition gegen Präsident Erdogan" zeige. 

    Für Samstagmorgen um 08.00 Uhr war nach dpa-Informationen ein Treffen Erdogans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels geplant.

  • 22:51 Uhr

    Bezüglich der Warnschussabgabe durch einen Polizeibeamten im Schanzenviertel am frühen Abend schilderte die Hamburger Polizei den Ablauf folgendermaßen. Der zunächst in zivil gekleidete Beamte war auf eine Schlägerei aufmerksam geworden, zwei Männer sollen auf einen am Boden liegenden Mann eingeschlagen und getreten haben. Weiter heißt es

    Der zivile Beamte gab sich als Polizeibeamter zu erkennen und forderte die Männer zum Aufhören auf. In Nothilfe gab der Beamte einen Warnschuss ab. Der Geschädigte und der Polizeibeamte flüchteten im Anschluss in einen Kiosk. Den mutmaßlichen Tatverdächtigen gelang die Flucht. Auch der Geschädigte entfernte sich unerkannt vom Ereignisort.

  • 22:40 Uhr

    Eindrücke der Drogerie Budni am Schulterblatt vor den heutigen Ausschreitungen

    Und am Abend

  • 22:29 Uhr

    Schwere Ausschreitungen im Schanzenviertel -

    Nach Angaben der Polizei waren auf dem Schulterblatt Demonstranten zum Teil mit Zwillen bewaffnet, sie bezeichnet die Lage als sehr ernst.

    Randalierer sollen zuvor einen Drogeriemarkt und einen Lebensmittelmarkt geplündert haben.

    Justizminister Heiko Maas (SPD) forderte, dass diejenigen, die das Demonstrationsrecht ausnutzen, um Straftaten zu begehen, vor Gericht müssen

  • 22:20 Uhr

    Im Schanzenviertel lodern Feuer

  • 21:31 Uhr

    Hamburger Polizei erhöht ihre Tagesbilanz verletzter Einsatzkräfte auf 196

    Seitens des G20-Ermittlungsausschusses konnten RT Deutsch auf Anfrage keine Zahlen über Verletzte unter Demonstranten genannt werden, dies sei eine Sicherheitsvorgabe zum Schutz gegen Repressalien.