Ausnahmezustand in Berlin - Regenflut bringt Feuerwehr an ihre Grenzen

Ausnahmezustand in Berlin - Regenflut bringt Feuerwehr an ihre Grenzen
Ab Donnerstag fiel innerhalb von weniger als 24 Stunden mehr als doppelt so viel Regen wie sonst im gesamten Juni, die Unwetterwarnungen wurden verlängert aber am Freitag gab es vorsichtige Entwarnung. Der Regen verteilte sich sehr ungleich und zeigte sich dabei klassenbewusst, die Berliner humorvoll.

Die Feuerwehr war bis zum Freitagmorgen rund 1.500 Mal ausgerückt, auch am Freitag bleiben in Berlin weiter hunderte Feuerwehrleute im Einsatz. In der Hauptstadt gilt wegen der anhaltenden starken Niederschläge bis zum Nachmittag der Ausnahmezustand. Der Deutsche Wetterdienst verschärfte am Donnerstag seine Warnstufe auf "extrem" und verlängerte die Unwetterwarnung für Berlin und Brandenburg bis zum Samstag. 

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Das Unwetter brachte nicht nur die Feuerwehr an ihre Grenzen, sondern auch den Verkehr auf Schienen und Straßen teils zum Erliegen. Vielfach ging es auch nur noch im Schritttempo voran.

Die Rettungskräfte mussten Häuser evakuieren, auch Unterführungen waren überflutet.

Ganze Straßenzüge wurden von Sturzbächen verwüstet, die Autobahn A100 teils gesperrt.

Einige Berliner zeigten sich kreativ oder waren gut vorbereitet.

Wohlhabendere Stadtteile stärker betroffen

Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe, sagte dem Regionalsender rbb, dass Schmutzwasser in die Berliner Gewässer gelangte, weil weder Klärwerke noch unterirdische Speicher die Wassermassen aufnehmen konnten.

Laut einem Sprecher des Wetterdienstes Meteogroup fällt in Berlin pro Jahr üblicherweise 600 Liter auf den Quadratmeter. In Tegel waren bis Freitagvormittag laut dem Wetterdienst 148,6 Liter pro Quadratmeter gefallen. Auch Berlin-Dahlem wurde stark getroffen. Laut Wetterdienst Meteogroup lag der Tagesrekord seit dem Jahr 1908 bei 57,9 Litern pro Quadratmeter, am Donnerstag sei er auf 91 gestiegen. Auch in Wilmersdorf fiel die mit Abstand größte Menge Regens, die in den letzten 60 Jahren in dem Stadtteil gemessen worden sei.

Entspannung am Freitag

Feuerwehrleute bleiben im Einsatz, teilweise auch, um Keller und Unterführungen von Wasser zu befreien. Insgesamt gab es mittlerweile eine Entwarnung. Die Senatskanzlei des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zeigte sich in einem Tweet humorvoll, mahnte zur Vorsicht auf den Straßen und verwies auf den Baywatch-Rettungsschwimmer David Hasselhoff.

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