Unter Strom: Polizei räumt Kiezladen Friedel54 in Berlin-Neukölln

Unter Strom: Polizei räumt Kiezladen Friedel54 in Berlin-Neukölln
Polizisten verschaffen sich Zugang durch eine Blockade in einen Hauseingang in einer Seitenstraße, Berlin, 29. Juni 2017.
Viele Jahre lang war der linke Kiezladen Friedel54 eine Institution für das alternative Berlin. Hier gab es verschiedene Kulturveranstaltungen und Kulturgüter für Bedürftige – auf Spendenbasis. Das alles im hippen Neuköllner-Kiez in der Friedelstraße.

Doch seit Donnerstag ist Schluß damit. Der Mietvertrag für den Laden war seit einiger Zeit ausgelaufen und einer Aufforderung die Räumlichkeiten bis April zu verlassen, kam niemand nach. Ab 6:oo Uhr war die Polizei als Amtshilfe für den Gerichtsvollzieher im Einsatz und räumte zunächst eine Sitzblockade. 

Laut Aussagen einiger Demonstranten sollen die Beamten unverhältnismäßig hart vorgegangen sein. Hakan Tas, Berliner Abgeordneter der Partei Die Linke, attestierte der Polizei "im Großen und Ganzen einen fairen Einsatz".

Die Anhänger des Kulturprojekts waren auf die Räumung durch die Polizei vorbereitet. Der Türgriff des Hauses war laut Polizeiangaben unter Strom gesetzt. Die Polizei schrieb auf Twitter von „Lebensgefahr“. Das Öffnen der Tür, die zum Laden führte, dauerte mehrere Stunden. Der Eingangsbereich war zubetoniert worden.

Georg P. Kössler von den Berliner Grünen sprach jedoch von einem fairen Verhalten der Demonstranten. Im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg wurden schwere Ausschreitungen bei der Räumung befürchtet. Am Nachmittag konnte die Polizei das Objekt schließlich an den Gerichtsvollzieher übergeben.

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