Welt: Deutsche Politiker im Fadenkreuz des türkischen Geheimdienstes

Welt: Deutsche Politiker im Fadenkreuz des türkischen Geheimdienstes
Schon seit Monaten kriselt es in den Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Türkei.
Der türkische Geheimdienst MIT hat der "Welt" zufolge deutsche Politiker beobachtet. Daraufhin habe sich das BKA eingeschaltet. Bereits im März wurde bekannt, dass der MIT in Deutschland lebende Mitglieder des Gülen-Netzwerks bespitzelt hatte.

Der türkische Geheimdienst sammelt einem Medienbericht zufolge derzeit verstärkt Informationen über deutsche Politiker. Im Visier stünden mehrere Innen-, Außen- und Verteidigungspolitiker des Bundestages, meldet die "Welt" am Mittwoch.

Das Bundeskriminalamt (BKA) habe deshalb in den vergangenen Wochen mit einigen Abgeordneten so genannte Sicherheitsgespräche geführt. Dabei soll es um eine mögliche Beobachtung durch den türkischen Geheimdienst und eine Gefährdungssituation durch türkische Nationalisten gegangen sein.

Türkei moniert neue Berliner Moschee als

Der Schutz der Mitglieder des Bundestags ist der gesetzliche Auftrag des BKA", erklärte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes auf Anfrage der Zeitung.

In diesem Kontext seien, so die "Welt" weiter, in den letzten Wochen auch Sicherheitsgespräche, wie sie es nannte, geführt worden.

Mögliche Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste waren hier auch ein Thema.

Wegen des Verdachts türkischer Spionageaktivitäten in Deutschland hatte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bereits Anfang des Jahres ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Hintergrund ist die Bespitzelung türkischer Oppositioneller in der Bundesrepublik, darunter vor allem angebliche Anhänger der Gülen-Bewegung.

Mehr zum ThemaSpionage-Affäre: Behörden ermitteln gegen 20 mutmaßliche türkische Spitzel

Die türkische Regierung macht die Anhänger des sunnitischen Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Das islamische Netzwerk, dem Kritiker sektenartige Züge bescheinigen, bestreitet jedoch diesen Vorwurf vehement. (dpa/rt deutsch)