Liberale Moschee: Frauenrechtlerin Seyran Ateş will den Islam reformieren

Liberale Moschee: Frauenrechtlerin Seyran Ateş will den Islam reformieren
Am Freitag hat die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş zusammen mit Unterstützern die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit eröffnet. Die Moschee soll einen liberalen Islam verkörpern. An dem Ort sollen Frauen und Männer gemeinsam in einem Raum beten und auch homosexuelle und transgeschlechtliche Menschen willkommen sein.

Ateş will das öffentliche Bild des Islam verändern. Das bringt ihr nicht nur Freunde ein. Im RT Deutsch Gespräch erzählt sie, dass Morddrohungen keine Seltenheit geworden sind. Die Moschee, die sich bislang auf einen 90qm großen Raum beschränkt, befindet sich auf dem Gelände der evangelischen Johanniskirche in Berlin-Moabit.

Zwei Religionen, Seite an Seite. Das sorgt für Zündstoff. Das mediale Interesse war jedenfalls gewaltig. Unzählige Journalisten, Fotografen und Kamerateams erschienen am Freitag. Um 13:10 Uhr fand das erste Gebet in der neu gegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee statt. Seyran Ateş, die nie zuvor in einer Moschee gewesen ist, hielt selbst die Predigt.

Finanziert hat die Juristin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee bisher aus eigener Tasche. In Zukunft sollen auch Spenden helfen. Ein Kritiker des Projekts ist Ismid Misirlioglu. Er ist der Landesvorsitzender der BIG Partei in Berlin. Misirlioglu sieht nicht ein, warum man Bräuche die über 1.400 Jahre alt sind nun ändern soll.