Polizeigewerkschaft kritisiert Umgang mit vorbestraftem Täter in Arnschwang

Polizeigewerkschaft kritisiert Umgang mit vorbestraftem Täter in Arnschwang
Kinder spielen im Wohnzimmer im "Spree Hotel" - einem Flüchtlingsunterkunft in Bautzen. März 2016.
Als Fehler bezeichnet der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bayern, Peter Schall, dass der Täter von Arnschwang und geduldete Asylbewerber in der oberpfälzischen Flüchtlingsunterkunft untergebracht wurde. Elektronische Fußfesseln, wie sie der Straftäter bei seiner Bluttat trug, seien aus kriminalistischer Perspektive nicht effektiv.

„Vom Grundsatz her hätte man aufgrund seiner Vorgeschichte diesen Menschen dort niemals unterbringen dürfen“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern, Peter Schall, in einem Interview mit Sputnik.

Es stellt sich natürlich die Frage, wo ist die Information hängen geblieben? Man darf dabei nicht vergessen, dass wir ja Datenschutzbestimmungen haben und die Polizei ihre Erkenntnisse nicht so ohne Weiteres an andere Behörden weitergeben darf.

Somit stelle sich die Frage, ob die Behörde, die für die Zuteilung der Unterkunft zuständig ist, Informationen über die vorangegangenen Gewalttaten des Straftäters gehabt habe.

Auch die Fußfessel, die der bereits im Vorfeld der Bluttat als Brandstifter verurteilte Afghane trug, sieht Schall kritisch. Er betonte:

Das ist ja immer unser Kritikpunkt an der elektronischen Fußfessel. Das ist wieder so eine typische Geschichte der Politik: Wir tun was. Die Fußfessel zeigt mir im Endeffekt, sofern sie funktioniert und der Täter sie nicht abmacht, wo sich der Täter aufhält. Was der letztendlich dabei treibt, das weiß kein Mensch und das kann auch keiner beeinflussen.

Er betonte auch, dass in Asylheimen Menschen einer besonderen Stresssituation ausgesetzt sind. Daher könnten ganz alltägliche Situationen Konflikte auslösen. 

Anscheinend bestand zwischen den Opfern und dem Täter außer der unmittelbaren Nachbarschaft keinerlei Vorbeziehung, schreibt Sputnik. Allerdings habe sich der Täter bereits mehrfach durch die Kinder der aus Russland stammenden Asylantin gestört gefühlt, wie die Behörden mitteilten. Für die Mitarbeiter vor Ort habe es aber keinerlei Anhaltspunkte gegeben, dass es zu einer solchen Eskalation kommen könnte, hieß es aus Ermittlerkreisen. Insgesamt leben in der oberpfälzischen Flüchtlingsunterkunft 18 Einwohner. 

In Arnschwang selbst wird das Verbrechen vor allem als Kindsmord wahrgenommen. Die Menschen sind schockiert und betroffen durch die Tat. Die Nationalität von Opfer und Täter täten da nichts zur Sache, betont Michael Multerer, der Bürgermeister im Sputnik-Interview. Er kannte die Opfer, sie wohnten seit zwei Jahren in der Unterkunft. Multerer beschreibt die Mutter des durch den Messerangriff des Asylanten ermordeten Jungen als ruhig und freundlich. 

Vor dessen ehemaligem Kindergarten legten Bürger aus Anteilnahme Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Gegen die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft habe es keine Widerstände gegeben, sagte Multerer, der seine Gemeinde als eine hilfsbereite Gemeinschaft beschrieb. Er befürchte aber, dass der Vorfall noch zum Politikum werde.

 

 

 

 

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