Falsch geplant: Riesige neue BND-Zentrale in Berlin-Mitte ist bereits jetzt zu klein

Falsch geplant: Riesige neue BND-Zentrale in Berlin-Mitte ist bereits jetzt zu klein
Die neue BND-Zentrale in Berlin-Mitte hat gigantische Ausmaße – und ist doch jetzt schon zu klein.
Der Gebäudekomplex ist der größte Neubau in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Areal entspricht einer Fläche von rund 35 Fußballfeldern, das Hauptgebäude ist 280 Meter lang. So groß - und doch schon zu klein, wie die Berliner Zeitung berichtet.

Demnach will der Auslandsgeheimdienst aus diesem Grund seinen bisherigen Dienstsitz in Lichterfelde vorerst weiternutzen. Der derzeitige Hauptsitz bietet rund 4.000 Mitarbeitern Platz. Die ersten von ihnen waren nach knapp achtjähriger Bauzeit erst im März 2014 in den Neubau eingezogen.

Dessen Errichtung kostete knapp über eine Milliarde Euro – während die Baukosten ursprünglich noch auf 720 Millionen Euro veranschlagt worden waren. Hinzu kommen noch die Umzugskosten aus dem ehemaligen Hauptsitz in Pullach in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Die Bauarbeiten für die neue BND-Zentrale fanden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Dennoch konnten Unbekannte im März 2015 Wasserhähne aus dem bewachten Rohbau stehlen, was eine Flutung von Teilen des Gebäudes zur Folge hatte.

Grund für den nunmehrigen weiteren Platzbedarf seien 400 zusätzliche Mitarbeiter, die der Geheimdienst "im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und zur Terror-Aufklärung" einstellen will.

Die Absicht, den Dienstsitz in Lichterfelde deshalb weiterzunutzen, geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch (Linke), hervor. Sie beurteilt die Pläne kritisch:

Der BND hat sich in der Chausseestraße für viel Geld eine ganze Stadt gebaut und stellt jetzt fest, dass der Platz nicht reicht", sagt Lötzsch. "Wenn die BND-Spione genauso schlecht arbeiten wie die BND-Verwaltung, kann einem angst und bange werden."

Eine mögliche Erweiterung des Neubaus in Berlin-Mitte sei zwar möglich, aber weitere Ausgaben für die BND-Zentrale wären der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln, so die Berliner Zeitung.