BVB-Attentäter: Was machte Sergej W. in Belgien?

BVB-Attentäter: Was machte Sergej W. in Belgien?
Bei dem Anschlag auf den BVB-Bus wurde der Spieler Marc Bartra am rechten Unterarm schwer verletzt. Ein Polizist, der auf einem Motorrad den Bus begleitete, erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.
Das Bundeskriminalamt verfolgt beim Anschlag auf den BVB-Bus eine Spur ins Ausland. Der tatverdächtige Sergej W. soll wenige Wochen vor dem Attentat nach Belgien gereist und dort offenbar in einem Baumarkt eingekauft haben. Möglicherweise das Material für den Bau der Bombe.

Neues im Fall des Bombenanschlags auf den BVB-Mannschaftsbus in Dortmund am 11. April: Die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) verfolgen offenbar eine Spur ins Ausland. Der in Untersuchungshaft sitzende Sergej W. (28) reiste demnach nur wenige Wochen vor dem Attentat mit einem Mietwagen nach Belgien. Und ging dort scheinbar in einem Baumarkt einkaufen.

Nach Informationen der „Welt“ mietete Sergej W. zwischen dem 7. und dem 11. März einen Seat Alhambra. Mit dem Auto fuhr er dann vermutlich vom baden-württembergischen Rottenburg am Neckar, seinem Wohnort, erst nach Dortmund, und dann anschließend nach Belgien und dann wieder zurück. Eine Strecke von insgesamt rund 1300 Kilometer.

In Belgien soll das Mobiltelefon des Tatverdächtigen in einer Funkzelle eingeloggt gewesen sein, die sich neben einem Baumarkt befindet. Die Ermittler prüfen daher die Möglichkeit, dass W. in dem Geschäft möglicherweise Teile der späteren Bomben gekauft haben könnte.

In dem von W. genutzten Mietwagen wurden scheinbar Spuren von grüner Farbe gefunden. Dies könnte ein weiteres Indiz darstellen, da die drei Sprengsätze, die direkt neben dem BVB-Mannschaftsbus explodiert waren, mit solcher Farbe angemalt waren. Vermutet wird, dass W. die Sprengsätze in der Hecke so besser tarnen wollte.

Auch im Tatzeitraum, vom 4. bis zum 14. April, soll der Tatverdächtige ein Auto gemietet haben. Mit einem Audi A6 Avant fuhr der Deutschrusse offenbar zum Hotel „L’Arrivée“ nach Dortmund-Höchsten, in dessen unmittelbarer Nähe am 11. April der Anschlag auf die BVB-Mannschaft stattfand. Das Hotel „L’Arrivée“ ist das Mannschaftshotel von Borussia Dortmund.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 28-jährigen W. vor, den Bombenanschlag auf die Fußballmannschaft von Borussia Dortmund aus Habgier begangen zu haben. Das Ziel sei gewesen, mit dem Anschlag den Kurs der BVB-Aktie zu beeinflussen und dadurch Geld zu verdienen, heißt es. Kurz vor dem Anschlag soll der Verdächtige sogenannte Optionsscheine erworben und auf einen stark fallenden Aktienkurs gewettet haben.

Der Anwalt des mutmaßlichen Bombenlegers hatte vor kurzem erklärt, sein Mandant dementiere etwas mit der Tat zu tun zu haben. W., der zehn Tage nach dem Anschlag in Tübingen festgenommen worden war, habe sich lediglich in Dortmund aufgehalten, um dort Urlaub zu machen, so der Strafverteidiger.

Doch dagegen spricht ein Fund, den die Ermittler in der Wohnung von von Sergej W. in Rottenburg gemacht haben. Die Ermittler stießen dort auf Unterlagen mit verdächtigen Eintragungen, bei denen es sich um Anschlagsplanungen handeln könnte. In den handschriftlichen Aufzeichnungen, zum Teil in russischer Sprache verfasst, geht es unter anderem um die ideale „Frequenz“ für Fernsteuerungen – damit könnten die Bombenzünder gemeint sein. Ein Experte für Schriftvergleichung hat bereits bestätigt, dass es sich bei den Notizen mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Handschrift des Tatverdächtigen handelt.

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