Nordrhein-Westfalen hat gewählt: CDU vorn, schmerzhafte Niederlage für SPD, Linke verpasst Einzug

 Nordrhein-Westfalen hat gewählt: CDU vorn, schmerzhafte Niederlage für SPD, Linke verpasst Einzug
Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen: Die Landtagswahl bringt eine potenzielle Mehrheit für eine Koalition zwischen CDU und FDP. Doch auch eine Große Koalition wäre möglich. Die Ergebnisse im Überblick.

Fast sieben Prozent konnte die Union mit Spitzenkandidat Armin Laschet bei den gestrigen Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen zulegen. 33 Prozent machten die CDU zum klaren Wahlsieger.

Ebenso deutlich, die Abwahl der SPD. Mit einem Minus von fast 9 Prozent erreichten die Sozialdemokraten gerade einmal noch 31,2 Prozent der Wähler. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist damit abgewählt. Zweistellig in den Düsseldorfer Landtag schaffte es sonst nur die FDP. Mit 12,6 Prozent sind die Liberalen im kommenden Parlament vertreten. Es folgen die AfD mit 7,4 und die Grünen mit 6,4 Prozent, die Linke verpasste erneut den Einzug in den Landtag.

Lange Gesichter gab es folglich auch bei der Partei Die Linke. 4,9 Prozent reichten nicht für einen Einzug ins Parlament, obwohl sich in den einstigen Industriezentren des Ruhrgebietes eigentlich viele Wähler von dem Programm der Linken angesprochen fühlen müssten. Doch der Linkspartei gelang es offenbar nicht zu überzeugen, was einen schweren Stand für die kommenden Bundestagswahlen verheißt.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zieht daraus seine Schlüsse. Dieser hatte nach dem Debakel für die SPD eingestanden, die Bürger wollten, dass er nicht nur über soziale Gerechtigkeit rede, sondern die Zukunftsperspektiven der Bundespolitik präziser beschreibe.

Die CDU jubelt...

Die bisherige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen noch am Sonntagabend von ihren SPD-Führungsämtern zurückgetreten.    

Für Kanzlerin Angela Merkel bedeutet der dritte Erfolg der CDU in diesem Jahr hingegen starken Rückenwind. Die CDU konnte nach Angaben von Infratest Dimap 440.000 Nichtwähler von 2012 für sich gewinnen, zudem entschieden sich 310.000 bisherige SPD-Wähler für die Union.

CSU-Chef Horst Seehofer erklärte, die "Schulz-Festspiele" seien vorbei. Er mahnte die Union, trotzdem auf dem Teppich zu bleiben. Stimmungen könnten sich "fast torpedoartig ändern", warnte der bayerische Ministerpräsident. Deshalb sei das Ergebnis noch längst keine Vorentscheidung für die Bundestagswahl.

Die NRW-Wahl galt als wichtigster Stimmungstest vor der Bundestagswahl im September, da jeder fünfte Wähler bundesweit in dem Land lebt. Die Grünen mussten im Superwahl 2017 zum dritten Mal in Folge Verluste hinnehmen. Bundestags-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach von einem deprimierenden Ergebnis, das ein "Schlag in die Magengrube" sei.

Die Wahlbeteiligung lag mit 65,17 Prozent rund fünf Prozent über der Quote der vorangegangenen Landtagswahl. 

(rtdeutsch/dpa)

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