Schleswig-Holstein nach der Wahl

Schleswig-Holstein nach der Wahl
Daniel Günther, Wahlsieger der CDU bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, Kiel, Deutschland, 7. Mai 2017.
Vier Monate vor der Bundestagswahl gingen aus der Landtagswahl in Schleswig-Holstein CDU, FDP und AfD als Sieger hervor. Die SPD-geführte Landesregierung wurde abgewählt. Der Koalitionspoker beginnt, nun blickt Deutschland auf die "kleine Bundestagswahl" in NRW.

Am Montagvormittag werden die Parteien in Berlin und Kiel die Ergebnisse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein analysieren. Die SPD ihre Wahlschlappe, die CDU, die FDP und die erstmals im Landtag vertretene AfD ihren Erfolg. Die Form der künftigen Koalition steht noch aus. Daniel Günther, Wahlsieger der CDU, sprach sich für ein Jamaika-Bündnis aus. Die Grünen wollen eine Ampelkoalition mit der SPD und der FDP. 

Geht ihm schon die Puste aus? Der SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hat nach zwei verlorenen Wahl viel Grund zum Grübeln.

Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte die CDU 32,0 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurde die SPD mit 27,2 Prozent. Die Grünen erlangten 12,9 Prozent, die FDP 11,5 Prozent und die AfD 5,9 Prozent. Die Piratenpartei, die bisher vertreten war, schaffte es nicht mehr in den Landtag. 

Die CDU holt im neuen Landtag 25 Sitze, die SPD 21. Die Grünen erringen 10 Mandate, die FDP 9, die AfD 5 und der SSW 3 (Partei der Dänischen Minderheit). Die Wahlbeteiligung lag bei 64,2 Prozent. Die AfD ist nun in 12 von 16 Landtagswahlen vertreten. Der AfD- Spitzenkandidat Alexander Gauland kritisierte den gesellschaftlichen Druck, der den Wahlkampf seiner Partei erschwerte. Ein hohes Polizeiaufgebot war notwendig, um die Parteikongresse und den Wahlkampf zu schützen. 

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe:

Die Fehler, die in Schleswig-Holstein gemacht wurden, müssen jetzt schnell analysiert werden.

Am kommenden Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen gewählt, in vier Monaten findet die Bundestagswahl statt. Die Wahl in NRW wird auch als "kleine Bundestagswahl" bezeichnet. Für die SPD ist es die zweite Niederlage nach der Saarland-Wahl. Für Angela Merkel ist das Ergebnis in Schleswig-Holstein sehr positiv. Auch für die FDP war das Resultat der Wahlen ein großer Erfolg. Martin Schulz liegt in Umfragen mittlerweile hinter Angela Merkel. Zur Niederlage im Norden sagte Schulz:

Ich ärgere mich höllisch.

(rt deutsch/dpa)