Schleswig-Holstein: Überraschender Triumph für CDU – herbe Schlappe für SPD

Schleswig-Holstein: Überraschender Triumph für CDU – herbe Schlappe für SPD
Der CDU-Kandidat Daniel Günther hat einen unerwarteten Sieg eingefahren. Die Wahl im hohen Norden wurde von den Berliner Parteien mit aufmerksamen Augen beobachtet. Sie gilt als vorletzter Stimmungstest vor der Bundestagswahl am 24. September.
Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben nach ersten Prognosen die Landtagswahl im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein aus der Opposition heraus gewonnen. Dabei sahen Umfragen die CDU und die SPD bis zum Schluss gleichauf.

Nach Berechnungen der Fernsehsender ARD und ZDF kam die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther auf 33 bis 34 Prozent. Die SPD von Ministerpräsident Torsten Albig verlor mehrere Punkte und erzielte mit 26 bis 27 Prozent ihr zweitschlechtestes Ergebnis in dem Bundesland.

Die bisher mit Albig regierenden Grünen lagen mit 12,5 bis 13,5 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von der FDP (Liberale) mit 11,5 Prozent. Die AfD, die zum ersten Mal antrat, kam auf 5,5 Prozent und würde damit zum zwölften Mal hintereinander den Sprung in ein deutsches Landesparlament schaffen.

Die Linke scheiterte mit 3,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) wäre mit 3 bis 3,5 Prozent weiter im Parlament vertreten, weil für ihn als Partei der dänischen und friesischen Minderheit der Sperrklausel nicht gilt.

Das Ergebnis ist ein Rückschlag für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der bei der Bundestagswahl im September Merkel herausfordern wird. Nach seiner Nominierung Ende Januar hatten die Sozialdemokraten einen Höhenflug in den Meinungsumfragen verzeichnet, der nach einigen Wochen aber wieder abflaute.

Die Anhänger von Daniel Günther (CDU) freuen sich über den überraschend deutlichen Sieg.

Dagegen sind die Zahlen Rückenwind für Merkel, die im September für eine vierte Amtszeit als deutsche Regierungschefin kämpft. Während ihrer bisher elfeinhalb Kanzlerjahre hat die CDU sechs Ministerpräsidenten-Posten verloren und keinen einzigen neu hinzugewonnen.

Aus den ersten Prognosen ergibt sich eine Sitzverteilung von 24 Mandaten für die CDU, 19 für die SPD, 10 für die Grünen, 9 für die FDP, 4 für die AfD und 3 für den SSW.

Nach dieser Sitzverteilung bräuchte die CDU neben der FDP eine der bisherigen Regierungsparteien für eine Mehrheit im Parlament. Günther könnte dann zum ersten deutschen CDU-Politiker seit zwölf Jahren werden, der aus der Opposition heraus Ministerpräsident würde.

Am nächsten Sonntag stehen in Nordrhein-Westfalen Landtagswahlen an. Im bevölkerungsreichsten Bundesland lebt rund ein Viertel aller deutschen Wahlberechtigten. Dort zeichnete sich in den Umfragen zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU ab.

(rt deutsch/dpa)