Live-Updates Schleswig-Holstein: CDU stärkste Kraft

Live-Updates Schleswig-Holstein: CDU stärkste Kraft
Die Anhänger von Daniel Günther (CDU) freuen sich über den überraschend deutlichen Sieg.
Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab.Ersten Prognosen zufolge liegt die CDU deutlich vorn. SPD-Ministerpräsident Torsten Albig hatte sich vor den Wahlen noch optimistisch gezeigt.

Bis 14 Uhr gaben 42,51 Prozent der gut 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie der Landeswahlleiter am Sonntagnachmittag mitteilte. 2012 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 37,7 gelegen. Die Zahlen liegen im Trend, denn auch bei anderen Landtagswahlen 2016 und 2017 war in Deutschland eine höhere Beteiligung verzeichnet worden.

In Schleswig-Holstein durften am Sonntag erstmals auch 16-Jährige den Landtag in Kiel wählen. Bisher lag das Wahlalter wie im übrigen Deutschland bei 18.

Bei der Wahl muss die seit 2012 regierende Koalition aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit (SSW) um ihre Mehrheit bangen. Die letzten Umfragen sahen die CDU vor der SPD und keine Mehrheit für die „Küstenkoalition.“

Dies wäre ein schwerer Rückschlag für die SPD, deren Spitzenkandidat Martin Schulz bei der Bundestagswahl im September die christdemokratische Bundeskanzlerin Angela Merkel herausfordern wird. Nach seiner Nominierung Ende Januar hatten die Sozialdemokraten zunächst einen Höhenflug in den Meinungsumfragen verzeichnet.

Inzwischen hat der „Schulz-Effekt“ schon wieder nachgelassen. Bei der Landtagswahl im Saarland am 26. März landete die SPD weit hinter der CDU. Ein Regierungswechsel in Kiel wäre Rückenwind für Merkel in Berlin. Während ihrer fast zwölfjährigen Kanzlerschaft hat die CDU in Deutschland sechs Ministerpräsidenten-Posten verloren und keinen einzigen neu hinzugewonnen.

Die Mehrheitsverhältnisse im künftigen Kieler Landtag hängen auch davon ab, welche der kleineren Parteien den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Grüne und Liberale (FDP) dürften sicher im Parlament bleiben. Die AfD lag zuletzt nur noch knapp über fünf Prozent und die Linke meist knapp darunter. Der SSW ist als Minderheitenpartei von der Sperrklausel befreit.

Erste Prognosen der Fernsehsender werden mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr erwartet. Hochrechnungen folgen wenig später. Das vorläufige Endergebnis dürfte gegen 23.00 Uhr vorliegen.

Nur eine Woche nach Schleswig-Holstein stehen am nächsten Sonntag in Nordrhein-Westfalen Landtagswahlen an. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland lebt rund ein Viertel aller deutschen Wahlberechtigten. Dort zeichnete sich zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU ab.

Verfolgen Sie hier in den Live-Updates den weiteren Verlauf des Wahlabends:

23:38 Uhr: Hochrechnung, Gewinn & Verlust sowie die Sitzverteilung in Schleswig-Holstein nach infratest dimap/ARD für 23:13 Uhr:

22:27 Uhr: Immer mehr Stimmen machen ein Interview, das der amtierende Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) der Zeitschrift Bunte gegeben hatte, für die Niederlage verantwortlich. So kritisierte der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen (CDU), Albigs schlechte Pressearbeit: „Das Interview in der Bunten hat die Stimmung zerschlagen“, sagte Carstensen. Ähnlich äußerte sich der Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck: „Die eigentlichen Aufreger sind eher: Welcher Politiker ist überheblich? Es gibt ein Interview des Ministerpräsidenten, wo er seine Trennungsgeschichte von seiner Familie breitgetreten hat - das haben viele Leute nicht als besonders klug empfunden.“ In dem Interview hatte Albig vor allem über seine Trennung und sein Privatleben gesprochen.

21:36 Uhr: Gewinn und Verlust (Forschungsgruppe Wahlen/ZDF) plus Sitzverteilung (infratest dimap/ARD) in Schleswig-Holstein für 20:45 Uhr:

21:09 Uhr: Die Prognose von 20:45 Uhr bei Infratest dimap/ARD:

20:56 Uhr: Jetzt könnt es in Schleswig-Holstein zu der "Jamaika-Koalition" kommen. Wahlsieger Daniel Günther (SPD) äußerte im Vorfeld Interesse an einer solchen Lösung. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die FDP als Wunsch-Koalitionspartner habe, aber immer auch für Gespräche mit den Grünen zur Verfügung stehe, sagte Günther.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sagte, ihre Partei sei nach der abgewählten "Küstenkoalition" von SPD, Grünen und SSW auch für andere Koalitionen offen. Alle Demokraten müssten miteinander reden können. "Da scheint mir eine Ampel deutlich besser zu passen als Jamaika, aber wir werden in den nächsten Tagen mit allen sprechen."

FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki sagte, er habe immer gesagt, dass er ein Jamaika-Bündnis für die wahrscheinlichste Variante halte. Wenn die Sozialdemokraten ein so desaströsen Ergebnis einführen, sei es schwer zu vermitteln, dass so weitergemacht werden solle wie bisher.

20:57 Uhr: Die vorläufige Sitzverteilung im Landtag nach der Forschungsgruppe Wahlen/ZDF:

19:25 Uhr: SPD-Chef Martin Schulz räumt die Niederlage ein. "Ich ärgere mich höllisch", sagte Schulz. "Das ist etwas, was unter die Haut geht und was uns traurig macht. Wir hatten alle mit einem besseren Ergebnis gerechnet."

19:20 Uhr: Gewinne und Verluste nach der Prognose von Forschungsgruppe Wahlen/ZDF:

19:18 Uhr: Frauke Petry von der AfD konzentriert sich schon auf die nächste Wahl:

19:07 Uhr: Manchmal braucht es nicht viele Worte. Der CDU-Generalsekretär freut sich über den Erfolg:

19:04 Uhr: Die Prognose von Forschungsgruppe Wahlen ZDF von 18:30 Uhr:

18:29 Uhr: Gewinne und Verluste aus der ersten Prognose:

18:19 Uhr: Die erste Prognose in der grafischen Übersicht:

18:16 Uhr: Fassungslosigkeit in den Gesichtern der SPD-Mitglieder:

18:11 Uhr: Die geschätzte Wahlbeteiligung:

18:04 Uhr: Laut der ersten Prognose von Infratest Dimap für die ARD sehen die Zahlen so aus: CDU 33 Prozent, SPD 26 Prozent, Grüne 13,5 Prozent, FDP 11,5 Prozent, Piraten 1,0 Prozent, SSW 3,5 Prozent, Linke 3,5 Prozent, AfD 5,5 Prozent, Sonstige 2,5 Prozent

17:26 Uhr: Noch gut 35 Minuten bis zur Bekanntgabe der Prognose. Es ist ein sonniger Tag in Schleswig-Holstein, die Menschen genießen den Wahltag vor dem Landeshaus, dem Sitz des Parlaments in Kiel.

17:11 Uhr: Der amtierende Ministerpräsident Torsten Albig gab sich bei der Stimmabgabe trotz knapper Umfragewerte demonstrativ optimistisch: 

Petrus hat sich entschieden: Fünf Grad mehr Temperatur gegenüber gestern, und ich mache fünf Prozent mehr als gestern.

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