Knallhart recherchiert: Correctiv spioniert jetzt auch im Schlafzimmer

Knallhart recherchiert: Correctiv spioniert jetzt auch im Schlafzimmer
Gestatten: David Schraven, Herrscher über Wahrheit und Moral.
Offenbar berauscht von der jüngsten Erhebung zu Deutschlands führendem Fake-News-Prüfer auf Facebook, geht das Recherchebüro um David Schraven nun noch einen Schritt weiter. Doch mit dem Zwangsouting einer AfD-Landespolitikerin als ehemalige Hobby-Prostituierte schießen die Essener sich ein Eigentor.

Herrscher über die Wahrheit ist David Schraven schon. Geadelt von Facebook steht dessen so genanntes Recherchebüro Correctiv in der ersten Reihe, wenn es darum geht, im deutschsprachigen Raum vermeintliche oder tatsächliche Fake News zu entlarven.

Der Strippenzieher im Hintergrund? George Soros unterstützt das zweifelhafte Netzwerk Correctiv bei dessen Kampf um sogenannte Fake News.

Der Milliardär und Politunternehmer George Soros war sogar bereit, Schravens Kampf gegen Falschmeldungen mit 100.000 Euro zu fördern, wie dessen Open Society Foundation und Correctiv jüngst bekannt gaben. Durch seine Anerkennung als gemeinnützige GmbH fördert die öffentliche Hand das Projekt zudem indirekt durch die Freistellung von der Steuerpflicht.

Damit nicht genug soll Correctiv nach Schravens Wunsch wohl nun auch zum Maß aller Dinge in Fragen der Moral werden. Und da kann es schon einmal nötig werden, dass die Essener ganz tief unter die Bettdecke unliebsamer Politiker schauen. So nun geschehen im Falle von Iris Dworeck-Danielowski, Platz 10 auf der AfD-Landesliste bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Zwar verfügt Dworeck-Danielowski derzeit noch nicht einmal über einen eigenen Wikipedia-Eintrag, doch das hielt Schraven und die Seinen nicht davon ab, der ehemaligen Heilpraktikerin mit PDS-Vergangenheit einen eigenen Denunziations-Artikel zu widmen.

Schmuddel-Enthüllungen gehen nach hinten los

Iris Dworeck-Danielowski, so erfährt der geneigte Leser seit gestern auf den Seiten von Correctiv, arbeitete – Achtung: Schockeffekt – in der Vergangenheit als Teilzeit-Prostituierte. Offenbar inspiriert von BILD titelt Correctiv in fetten Lettern: EXKLUSIV: Spitzenfrau der AfD in Nordrhein-Westfalen arbeitete als Prostituierte.

Michael Lüders zu Gast bei Anne Will: Zusammen mit Jan van Aken widerspricht er der westlichen Propaganda zu Syrien, jetzt wird er selbst zum Ziel von Propaganda-Maßnahmen; Berlin 9. April 2017.

In seiner ursprünglichen Variante titulierten die Autoren des Beitrags, David Schraven und ein "Georg Kontekakis" (Pseudonym), die Enthüllung gar als "Sexskandal". Eine Einstufung, die Schraven am Folgetag mit begrenzter Reumütigkeit dann zurücknahm. In der URL des Artikels heißt es suchmaschinenkonform jedoch weiterhin „der-sexskandal-der-afd-nrw/“.

Für die Unterfütterung der Exklusiv-Story mit schlüpfrigen Details waren Schraven und "Kontekakis" gar bereit, knallhart zu recherchieren und durchstöberten mit einer peinlicher Genauigkeit, die jeden ehemaligen Stasi-Spitzel vor Neid erblassen ließe, die Archive des Sexportals kaufmich.com, einer Art Kontaktbörse für freischaffende Sexarbeiter und deren Freier. Mittels Screenshots und Zitaten aus dem Diskussionsforum der Seite belegt Correctiv dann die ungeheuerliche Entdeckung.

Nun zeigt sich die Qualität journalistischer Enthüllungen vor allem auch an den dadurch angestoßenen Reaktionen und diese sprechen am Tag nach der Veröffentlichung eine eindeutige Sprache. Nicht etwa die AfD oder Dworeck-Danielowski werden vom Sturm der Entrüstung erfasst, sondern Correctiv und dessen Hauptverantwortlicher David Schraven selbst. Bereits die Social Media-Reaktionen sprechen eine eindeutige Sprache:

User-Kommentar auf der Facebook-Seite von Correctiv. Quelle: https://www.facebook.com/correctiv.org/posts/1842669739315798?comment_id=1842694929313279&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

Geradezu hellseherische Fähigkeiten bewies der medienkritische Journalist Stefan Niggemeier:

Und genau so sollte es kommen: Als hätte der erste Shitstorm nicht schon ausgereicht, blamiert sich Correctiv-Geschäftsführer David Schraven am Tag nach der Veröffentlichung auch noch mit einer seichten Rechtfertigung für sein schmierenjournalistisches Stück.

Unter dem Titel "Warum ich über AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski geschrieben habe" erklärt Schraven die vermeintliche Enthüllung letztlich zum heroischen Kampf gegen Korruption. Schließlich machen "Geheimnisse erpressbar" und hätte Correctiv nicht dafür gesorgt, dass nun ganz Medien-Deutschland von der sexuellen Vergangenheit der AfD-Landespolitikerin auf einem wenig aussichtsreichen Listenplatz Bescheid weiß, hätten dem Land womöglich von Nordrhein-Westfalen aus spätrömische Verhältnisse gedroht.

Das

Das Maß der deutschen Mainstream-"Moral"

Kaum auszumalen, welche gesellschaftliche Gefahr von einer eventuellen Landtagsabgeordneten mit einer schlüpfrigen sexuellen Vita ausgeht. Außerdem – und hier kommt der moralische Zeigefinger ins Spiel – zeichne sich die AfD mit Positionen "gegen Gleichberechtigung und Emanzipation" aus und wolle ein "Frauenbild aus den 50er Jahren" durchsetzen. Warum die Partei dann mit Alice Weidel erst vor Kurzem eine zuvor ebenfalls medial zwangsgeoutete Lesbe zur Spitzenkandidatin machte, vermag Schraven nicht zu erklären.

Interessant könnte es jedoch werden, wenn Schraven sich selbst beim Wort nimmt und seine Abschlussformel "Das gilt für Kandidaten der AfD genau so wie für Kandidaten aller anderer Parteien" zum neuen Arbeitsparadigma bei Correctiv macht. Die möglicherweise im Verborgenen liegenden Sexualgeschichten und damit das Erpressungspotenzial tatsächlicher Entscheidungsträger im Land könnten das boulevardeske Verlangen einiger Zeitgenossen nun erst so richtig erwecken.

Vielleicht sind aber auch Figuren wie David Schraven selbst das Problem, die sich mit dem Anstrich von "Wahrheit" und "Moral" selbstherrlich zum Zeugen, Ankläger und Richter in Personalunion erklären. Da wäre ein Blick auf den Correctiv-Macher selbst nur angemessen. Wieso sich Schraven überhaupt auf dem Portal kaufmich.com herumtrieb, hat dieser bislang jedenfalls nicht erklärt.

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