Reuters: Russische Hacker greifen politische Stiftungen von SPD und CDU an

Reuters: Russische Hacker greifen politische Stiftungen von SPD und CDU an
"Hacker mit Verbindungen nach Russland spionieren Sicherheitsexperten zufolge die Stiftungen von CDU und SPD aus". So der Einstiegssatz bei einer heutigen Tickermeldung der Nachrichtenagentur Reuters. Weiter wird auf Experten verwiesen, die den russischen Militärgeheimdienst GRU damit in Verbindung bringen. Am Schluss der Reuters-Meldung dann die Pointe: "Eine anschließende Überprüfung der IT hat aber keine Besonderheiten ergeben".

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung seien laut Feike Hacquebord von der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro im März und April zum Ziel von Hackern geworden. Die Hackergruppe Pawn Storm habe in Deutschland einen Server aufgesetzt, von dem gefälschte Mails an die Mitarbeiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung versandt worden seien. Für die Spähversuche bei der SPD-Stiftung sei ein Rechner in der Ukraine verwendet worden. Ziel der Aktionen sei es gewesen, die Zugangsdaten der Angestellten auszuspionieren und heimlich Schadsoftware zu installieren. Es sei nicht sicher, ob die Stiftungen wirklich im Mittelpunkt des Interesses gestanden hätten. Sie könnten aber lediglich eine Art Durchgangsstation sein, um direkt bei CDU und SPD zu landen, so Hacquebord am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters.

"Pawn Storm - auch unter den Namen Fancy Bear oder Apt 28 bekannt - versucht offenbar, verfängliches Material zu sammeln, um damit die Bundestagswahl im September zu beeinflussen", wird der IT-Experte von Reuters zitiert. Dessen IT-Firma Trend Micro hatte am Montag bereits über ähnlich angebliche Online-Attacken auf das Wahlkampfteam des französischen Präsidentschaftsfavoriten Emmanuel Macron berichtet. Die Angaben sollen laut Reuters von dortigen Sicherheitsbehörden bestätigt worden sein. 

Westliche IT-Experten bringen Pawn Storm gerne mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung, ohne allerdings bisher weitere Belege für diese Behauptung vorgelegt zu haben. Die russische Regierung wies entsprechende Vorwürfe zurück. Die Ermittler sollten ihm ihre Informationen zwecks einer Überprüfung zuschicken, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Ein Sprecher der Adenauer-Stiftung sagte auf Nachfrage, der Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hätten Anfang März Auffälligkeiten in den Computersystemen bemerkt und Alarm geschlagen. Eine anschließende Überprüfung der IT habe aber keine Besonderheiten ergeben. Die Ebert-Stiftung und das BSI wollten sich bisher nicht äußern.

(reuters/rt deutsch)

ForumVostok
MAKS 2017