Berufliche Wandlung: Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück geht als Satiriker auf Tournee

Berufliche Wandlung: Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück geht als Satiriker auf Tournee
Von der politischen Bühne auf die des Kabaretts: Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will sich als Komiker versuchen.
Mit markigen Sprüchen sorgte Peer Steinbrück schon während seiner politischen Karriere für Aufsehen. Nun wagt der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat den professionellen Berufseinstieg ins Comedy-Geschäft und geht mit einer Satire-Show auf Tour.

Peer Steinbrück war in seinem Leben schon vieles: Von 2002 bis 2005 war der gebürtige Hamburger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, später leitete er im Kabinett Merkel I das Bundesfinanzministerium. Im Jahr 2013 wollte Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD Bundeskanzlerin Angela Merkel um ihr Amt bringen, scheiterte dabei jedoch deutlich.

Danach und dazwischen machte Steinbrück vor allem als hoch dotierter Redner Schlagzeilen. Die beachtlichen Honorare, unter anderem für Vorträge vor Bankern, brachten Steinbrück den Vorwurf der Bestechlichkeit ein, gegen den sich der Politiker vehement werte. Und auch jetzt ist es wieder die Bühne, die Steinbrück lockt. Allerdings nicht jene der großen Politik, sondern jene der Veranstaltungshallen in Deutschland. Gemeinsam mit dem Kabarettisten Florian Schroeder will sich der ehemalige Politiker als Komiker versuchen.

Quelle: ruptly

Die ungewöhnliche Initiative geht auf ein spontanes Angebot vonseiten Steinbrücks an Schroeder in einer Radioshow zurück. Aus der flapsigen Bemerkung wurde offenbar schnell ein Plan geschmiedet, welcher nun unter dem Titel "Satireshow Spezial: Florian Schroeder wählt… Peer Steinbrück" präsentiert wird.

Als Veranstaltungsorte wurden bisher Hamburg, Köln und Berlin bestätigt, Karten sind im Vorverkauf bereits zu haben. Jedoch lassen Steinbrück und Schroeder offen, welche Rolle der Ex-Kanzlerkandidat auf der Bühne spielen wird. Gibt sich der 70-Jährige damit zufrieden, als Sidekick für Schroeder zu dienen oder stiehlt Steinbrück seinem deutlich jüngeren Neu-Kollegen am Ende gar noch die Show? Zu neuerlichen Vorwürfen der Interessenverquickung kann es infolge der Auftritte jedenfalls nicht mehr kommen. Steinbrück hat sein Bundestagsmandat zum Ende des letzten Jahres niedergelegt.

Es ist durchaus üblich, dass erfahrene Bundespolitiker im Anschluss an ihre politische Laufbahn einen weiteren beruflichen Weg einschlagen, Banken oder Unternehmen beraten, für Think Tanks tätig werden oder einfach als Selbstvermarkter durch die Lande und durch die Medien ziehen. Dabei ist Steinbrücks auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinende Berufswahl möglicherweise durchaus naheliegend. Denn der politische Betrieb wirkt auf so manchen Beobachter schon länger nur noch wie ein schlechter Scherz.

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