Bundestagswahl: Grüne brechen bei Umfragen auf sechs Prozent ein

Bundestagswahl: Grüne brechen bei Umfragen auf sechs Prozent ein
Wohin geht die Reise für die Grünen bei der Bundestagswahl 2017?
Was sich bei der Landtagswahl im Saarland angedeutet hat, bestätigt sich jetzt im Bund: Die Grünen stecken in einer tiefen Krise. Die Partei rutscht in der Wählergunst auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren ab. Für einen Strategiewechsel dürfte es zu spät sein. Was nun?

Die Grünen verlieren letzten Umfragen zufolge deutlich an Boden. Zwei am Mittwoch veröffentlichte Umfragen sehen sie nur noch bei sechs Prozent. Laut dem „Stern“-RTL-Wahltrend, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhebt, ist es sogar der schlechteste Wert seit August 2002.

Einer Insa/YouGov-Befragung für die Bild-Zeitung zufolge liegen die Grünen damit sogar noch hinter der FDP, die ein leichtes Plus verzeichnet und auf 6,5 Prozent kommt. Nach wie vor stärkste Kraft im Bund bleibt die Union aus CDU und CSU mit 36 (Forsa) beziehungsweise 34 Prozent (Insa). Die SPD kommt auf 30 respektive 30,5 Prozent. Die Linkspartei liegt in beiden Umfragen leicht besser bei neun Prozent, die AfD stagniert bei acht (Forsa) beziehungsweise zehn Prozent (Insa).

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Bei der SPD verpufft der „Schulz-Effekt“ zusehends. Erstmals seit seiner Nominierung rutscht der SPD-Vorsitzende Martin Schulz bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz unter die 30-Prozent-Marke. Er liegt im Forsa-Wahltrend mittlerweile bei 29 Prozent und damit drei Prozentpunkte niedriger als noch vor einer Woche. Für Angela Merkel sprechen sich 44 Prozent der Wähler aus, das ist ein Punkt mehr als in der letzten Befragung.

Die neuen Umfragen bestätigen die Ergebnisse der Saarland-Wahlen: Die Grünen befinden sich de facto im freien Fall. Die Umfragen zur Bundestagswahl zeigen seit Monaten nur in eine Richtung: nach unten.

Nach 10,7 Prozent bei den Bundestagswahlen 2009 und 8,4 Prozent im Jahr 2013 droht die Partei in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Das letzte Mal verpassten die Grünen den Einzug in den Bundestag 1980 mit nur 1,5 Prozent. Politikbeobachter und Experten erklären die aktuelle Krise der Grünen unter anderen mit ihrem Programm. Die Partei erreiche mit ihren Inhalten die Menschen nicht mehr.

In einem Gastbeitrag für die FAZ sprach der Projektleiter des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, Thomas Petersen, von einem Image-Problem der Grünen. Petersen kritisierte die Partei recht deutlich als „uncool, vorlaut und unsympathisch.“

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Petersen präsentierte zu seinen Thesen auch Zahlen. Im Auftrag der "FAZ" hat sein Institut eine repräsentative Umfrage erstellt und sie mit Umfragen aus dem Jahr 2010 verglichen. Die Ergebnisse geben den Grünen keinen Anlass, um auf eine Trendwende zu hoffen:

Noch vor sieben Jahren sagten 59 Prozent der Menschen, die Grünen seien "in". Die Partei entsprach dem Zeitgeist. Mittlerweile sind es nur noch 13 Prozent. Auch die Beliebtheitswerte der Partei sind abgestürzt. Im Jahr 2010 gefielen die Grünen noch 21 Prozent der Befragten "alles in allem" gut. Doch bei der aktuellen Allensbach-Umfrage sehen das jetzt nur noch acht Prozent der Teilnehmer so.

Bei der Frage, ob die Grünen in der Bundesrepublik allgemein einen guten Ruf besitzen, wird der Image-Verfall der Partei noch dramatischer. Im Jahr 2010 glaubten noch 43 Prozent der Menschen, die meisten Deutschen mögen die Grünen. Jetzt glauben das nur noch zehn Prozent.

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