Anschlag auf den BVB-Bus - Was bisher bekannt ist

Anschlag auf den BVB-Bus - Was bisher bekannt ist
Nach drei Explosionen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist das Champions-League-Spiel am gestrigen Abend gegen den AS Monaco abgesagt worden.
Drei Sprengsätze detonieren am Dienstagabend nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. Das Team hatte sich gerade auf den Weg zum Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco gemacht. Auch heute sind noch einige Fragen offen. RT Deutsch gibt einen Überblick.

Was bis jetzt bekannt ist:

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr detonieren drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Wie die Polizei später bekannt gibt, waren die Sprengsätze in einer Hecke versteckt. Die Ermittler sprechen von einem gezielten Anschlag auf die Mannschaft.

Um 20.30 Uhr gibt der Verein bekannt, dass das Spiel abgesagt ist. Es soll am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt werden.

Die Ermittler prüfen einen islamistischen Hintergrund. Nach Informationen von «Süddeutscher Zeitung», NDR, WDR sowie der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch wird in einem Bekennerschreiben, das in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und den Einsatz deutscher Tornado-Kampfflugzeuge in Syrien Bezug genommen.

Die Ermittler prüften am Mittwoch zudem die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens, das möglicherweise aus der antifaschistischen Szene kommen könnte. Auch Ermittlungen in Richtung gewalttätiger Hooligans werden geführt. Borussia Dortmund hatte immer wieder Probleme mit radikalen Hooligan-Gruppierungen wie zum Beispiel "0231 Riot."

Der Verteidiger Marc Bartra, hier im Duell gegen Karim Benzema von Real Madrid, soll sich bei der Explosion leicht verletzt haben.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie will am Mittwoch um 14.00 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen zum Sprengstoffanschlag informieren. Die Karlsruher Behörde kündigte ein kurzes Statement an.

Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an der Hand verletzt. Er brach sich eine Speiche im rechten Handgelenk. Außerdem verletzten ihn Glassplitter. Noch am Dienstagabend wurde er in einem Krankenhaus operiert. Wie lange Bartra ausfällt, war zunächst unklar. Der BVB bat am Mittwoch darum, von Anfragen zum Gesundheitszustand des verletzten Fußballers abzusehen.

Auch ein Polizist wurde verletzt. Er fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten, wie ein Sprecher sagte. Er habe ein Knalltrauma und einen Schock erlitten und sei nicht dienstfähig.

Ein weiterer verdächtiger Gegenstand, der in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, war nach ersten Erkenntnissen kein scharfer Sprengsatz. Es sei zwar ein sprengsatzähnlicher Gegenstand gefunden worden, dieser habe aber nicht gezündet, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange.

Die Polizei hat vor dem Nachholspiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Fußballer beider Mannschaften ergriffen. «Wir werden heute natürlich mit starken Kräften hier vor Ort sein im Stadion, werden aber auch versuchen, unser Möglichstes tun, natürlich die Mannschaften zu schützen», sagte Nina Vogt, Sprecherin der Dortmunder Polizei am Mittwochmorgen im ZDF.

Auch der Tatort wurde stark bewacht. Am Morgen nach der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus sicherte die Polizei den Tatort mit massiven Kräften ab. An den Zufahrten standen Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen. Querstehenden Polizeiautos blockierten die Straßen.

Das Nachholspiel ist nur 22 Stunden nach dem geplanten Anpfiff angesetzt - der enge Terminplan lässt der UEFA und damit auch den Vereinen keine andere Wahl. Denn schon am kommenden Mittwoch ist das Rückspiel in Monaco terminiert. Am Samstag spielt Dortmund in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. Monaco muss in der Ligue 1 am gleichen Tag gegen Dijon antreten.

Im Stadion gab es nach Polizeiangaben keinerlei Gefahr. Die Fans verließen das Stadion nach der Absage friedlich, auch am Bahnhof kam es laut Polizei zu keinerlei Problemen.

Bei den Sprengsätzen handelte es sich nach Angaben der Ermittler nicht um Pyrotechnik.

Was noch unklar ist:

Über den oder die Täter ist nichts bekannt. Es ist auch nicht klar, ob die Polizei schon genauere Informationen dazu hat. Über die Art des Sprengstoffes und die Größe der Sprengkörper wurde zunächst nichts bekannt gegeben. (rt deutsch/dpa)