BVB-Angriff: Behörden prüfen islamistischen Hintergrund

BVB-Angriff: Behörden prüfen islamistischen Hintergrund
Polizei vor dem Stadion, in dem das Spiel Borussia Dortmund-AS Monaco stattfinden sollte.
Die Sicherheitsbehörden haben am Anschlagsort ein Schreiben gefunden, das auf ein islamistisches Motiv deutet. Dies geht aus Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung hervor. Die Bundesstaatsanwaltschaft, die für Terroranschläge zuständig ist, übernahm die Ermittlungen.

Am Tatort ist ein Schreiben aufgetaucht, das mit den Worten "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen" anfängt, berichteten NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung. Zudem beinhaltet der Text einen Verweis auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Da deutsche Kampfflugzeuge an der Ermordung von Muslimen im sogenannten Islamischen Staat beteiligt seien, stünden deutsche Prominente, einschließlich Sportler, nun auf einer "Todesliste des IS". 

Das Schreiben fordert den Abzug deutscher Kampfflugzeuge aus Syrien und die Schließung der US-amerikanischen Luftwaffenbasis Ramstein. 

In Sicherheitskreisen wurde intensiv darauf hingewiesen, dass ein islamistischer Hintergrund weiterhin nicht geklärt sei. Es seien weitere Überprüfungen notwendig. Das am Tatort gefundene Schreiben trage auch keine Symbole der Terrormiliz IS. Es könne sich nach wie vor auch um gewaltbereite Fußballfans, Erpresser oder andere Täter handeln. Bei dem Anschlag waren der BVB-Profi Marc Bartra schwer an Hand und Arm sowie ein Polizist verletzt worden. «Die Hintergründe dieses feigen Anschlages müssen jetzt konsequent aufgeklärt werden», twitterte Justizminister Heiko Maas.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. Das teilte die oberste Ermittlungsbehörde am Mittwoch mit und kündigte für 14:00 Uhr weitere Informationen an.

Im Zusammenhang mit den drei Explosionen in der Nähe des Dortmunder Mannschaftsbusses prüfen die Ermittler die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens, das möglicherweise aus der antifaschistischen Szene kommt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch wird in dem am späten Dienstagabend im Internet verbreiteten Schreiben in Antifa-Duktus erklärt, der Bus sei mit eigens für den Anschlag angefertigten Sprengsätzen als «Symbol für die Politik des BVB» attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

(rt deutsch/reuters/dpa)

ForumVostok
MAKS 2017